Never look back… Ein schlechter Ratschlag! Wie soll man aus Fehlern lernen, wenn man sich nicht mit der Vergangenheit auseinandersetzt? Zudem verzichtet man so auf viele lustige Erkenntnisse, die man beim Revue passieren der letzten Jahre gewinnt! Ein wahre Fundgrube derartiger Pannen, Fehleinschätzungen und Tiefschlägen ist ein Rückblick auf das berühmt-berüchtigte „Erste Semester“, um welches zahlreiche Legenden ranken, die man oft in diversen Uni-Filmen (übertrieben? Oder wahr?) angeboten bekommt. Fakt ist, dass mit der Immatrikulation ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Vollkommen unbefleckt, ohne großartige Lebenserfahrung wechselt man von der Schulbank in den Hörsaal. Für einige Erstsemestler bedeutet dass außerdem, dass sie aus dem „Hotel Mama“ ausziehen müssen, vielleicht sogar auch in eine fremde Stadt umziehen, auf sich allein gestellt, ohne die schützende Hand der Erzeuger. Neue Herausforderungen gilt es zu meistern, wie zum Beispiel Wäsche waschen (genügend Kleingeld für den Waschsalon parat haben und die rote Socke gehört definitiv nicht in die Weißwäsche…) von einem gefüllten Kühlschrank nur noch zu träumen, zumindest ein kleines bisschen System in die erste eigene Wohnung zu bringen oder sich einfach an den Mitbewohner zu gewöhnen. Hat man diese Herausforderung gemeistert, kommt dann der erste Tag an der Uni. Und lass es dir an dieser Stelle gesagt sein: Die Nervosität, die Du in der ersten Zeit empfindest, ist normal und allen anderen 400 Neuanfängern geht es ganz genauso! Also lass Dich nicht entmutigen, wenn Du nicht am ersten Tag alle kennenlernst oder Du noch alleine beim Essen in der Mensa sitzt. Bald wirst Du mit genügend Leuten in Tutorien oder Lerngruppen bekannt werden (Versprochen!) und mit einigen wirst Du bald nach einem stressigen Unitag ein Bierchen trinken und über die Prof’s lästern. Denn letztlich entscheiden dann die altbekannten Kriterien wie „Bevorzugte Musikrichtung“, „Geliebter Fußball-Verein“, „Präferierte Bier-Sorte“ oder „Ernsthaftigkeit beim Lernen“. Ist der Kontakt aufgenommen, gilt die erste Prüfung im akademischen Neuland als bestanden. Hast Du aus den vielen Bekannten, die Du unweigerlich finden wirst (Immernoch versprochen!), Dir die „Besten“ rausgesucht, werden diese wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Deinen Freunden des Lebens werden. Sind erst einmal Leute um Dich geschart, kann es eigentlich mit dem Uni-Leben auch schon losgehen! Freizeit-Aktivitäten werden aufgestellt, der Party-Plan (Wo, bei wem und wann?) entworfen, die besten Kneipen erkundet. Doch Vorsicht, jede Vorlesung endet mit einer Klausur und die ist nach einem durchfeierten Semester umso schwieriger. Dann ist es Zeit für ein Resümee: die Abende in Studenten-Kneipen waren toll und lang, so dass Du morgens nicht aus dem Bett kamst, Du nur mit Hilfe von Aspirin die restlichen Veranstaltungen überstanden hast und Du Dich zu oft nach Hause schlepptest, um Dich richtig auszuschlafen. Überraschend kam dann auch noch Besuch vorbei, mit dem Ergebnis: siehe Anfang des Resümees (ein teuflischer Kreislauf). Da stehst Du also nun, eine Woche vor den Klausuren. Und nun? Die Bibliothek hast Du am ersten Tag der Einführung von innen gesehen. Die Bücher, die Du eigentlich schon längst gelesen haben solltest, sind alle verliehen und die Warteliste lang. Panisch suchst Du die strebsamen Zeitgenossen, die du im Halbschlaf immer wahrnahmst, um vielleicht doch noch die eigenen Vorlesungsunterlagen zu vervollständigen. Denn der Blick auf die eigenen Aufzeichnungen fällt ebenso ernüchternd aus, wie die Suche nach einer neueren Auflage in der Bibliothek. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, sich ein Konzept oder besser eine Strategie einfallen zu lassen. Allerdings: Zeit für Experimente gibt es nicht mehr. Aus Erfahrung vieler Studenten vor Dir läuft es auf „Ich lerne jetzt die drei Tage bis zur Klausur durch, mit Hilfe literweise Kaffee und ohne zu schlafen!“ Gute Wahl, Glückwunsch! Klappt vereinzelt sogar… Hast Du die Klausuren dann mehr oder weniger erfolgreich hinter Dich gebracht, somit Dein erstes Semester vollendet, wirst Du wie viele vor Dir zu folgenden Erkenntnissen kommen:
1. Die Bücher zum Stoff parallel lesen erspart viel Stress (auch das rechtzeitige Kopieren der benötigen Literatur).
2. Uni ist nicht Schule oder auch Bundeswehr, Selbstständigkeit wird großgeschrieben, auch im Stoff-Nacharbeiten!
3. Abends zu zweit im Sommer auf dem Balkon mit einem Bierchen zu sitzen und den Stoff der Woche zu wiederholen, ist recht gemütlich und bringt auch noch was (Ärger mit den Nachbarn, wenn die Musik zu laut ist…)!
4. Keine Lern-Abende ansetzten, wenn der Fußball-Verein eines Teilnehmenden an diesem Abend ein wichtiges Punktspiel um den Aufstieg hat! Das wird nichts! Lieber mitfiebern!
5. Nach einer Kneipentour ein oder zwei Aspirin einwerfen und viel Wasser trinken vor dem Schlafengehen; ein Aufwachen ohne Kopfschmerzen am nächsten Morgen ist (fast) garantiert. Das Verfolgen der Vorlesungen und Tutorien am darauf folgenden Tag ist umso leichter.
6. Niemals laut in einer Vorlesung auflachen, manchmal will der Vortragsleitende auch daran teilhaben (könnte peinlich werden, je nach Niveau des Scherzes!)!
7. Das Handy auf Vibratoreneinstellung schafft angenehme Gefühle und schützt vor peinlichem Kommentar des Prof’s. Genau wie das Platzieren im Hörsaal: Solltest Du morgens um 8 nicht sicher sein, dass Du die ganze Vorlesung wach überstehst oder willst Du einfach nebenbei die Zeitung lesen, dann suche Dir lieber einen Platz in den hinteren Reihen…
8. …den Du nur bekommst, wenn du rechtzeitig da bist.
Letztendlich bleibt nur noch zu sagen: „VIEL SPASS IM ERSTEN SEMESTER!!!“
Hier findet Ihr unser Ersti-Heft aus dem WS09/10.

