Archiv der Kategorie 'große Politik'

Neuer Blog !

Hallo Liebe_r Blogbesucher_in,

ab heute wird es offiziell, unser alter Blog [http://fsiwiwiss.blogsport.de] wird nun in seinen verdienten Ruhestand überführt und unser neuer Blog [http://www.fsiwiwiss.de] geht online.

Trotz großer Bemühungen ist das System noch nicht ganz perfekt und wir arbeiten unter Hochdruck daran es bis zum Semesterstart noch zu verfeinern. Es gibt auch immer noch Verweise auf den alten Blog, der als Archiv auch weiterhin im Netz erreichbar bleibt.

Mit dem Wechsel gibt es eine Vielzahl von Neuerungen von denen wir hier nur ein paar der Wichtigsten nennen möchten. Innerhalb der nächsten Wochen wird es eine eigene Supportseite/Forum geben, wo wir alles Wichtige zusammenfassen werden.

Ab jetzt gibt es einen öffentlichen sowie einen Mitgliederbereich, welcher weitergehende Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten enthält und es euch gestattet auf Downloads zuzugreifen, die für den öffentlichen Bereich gesperrt sind.

Die Anmeldung am Blog ist nur mittels eines sogenannten „Invite-Codes“ möglich, welchen ihr direkt von uns erhaltet bzw. die Erstsemester mit ihren Briefen vom Fachbereich zugeschickt bekommen habt.

Die Inhalte des Forums sind nur für Angemeldete Benutzer_innen sichtbar. Aber auch innerhalb des Forums sind bestimmte Bereiche nur für weiter differenzierte Nutzer_innen sichtbar. Hierdurch wollen wir eine möglichst hohe Privatsphäre gewähren.

Über das System werden ab jetzt auch Umfragen ermöglicht die anonymisiert sind und trotzdessen sicherstellen, dass es zu keinen doppelten Abstimmungen kommen kann.

In diesem Sinne, alles Gute und eine angenehme Vorbereitungszeit für das neue Semester,

eure fsi wiwiss.

Petition gegen Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke

Hier könnt Ihr eine Petition gegen die Atom-Pläne der Regierung unterzeichnen:
http://www.avaaz.org/de/ausstieg_jetzt/98.php?CLICKTF.

Entwurf zur Novellierung des BerlHG ohne Impulse zur Demokratisierung der Hochschule

FU Watch – Nach dem Bildungsstreik: Berliner Hochschulgesetz soll neu gefaßt werden

Vollversammlung aller Studierenden der FU am 8.6. & neue Bildungsstreikdemo am 9.6.

Auf dem gestrigen Bildungsstreiktreffen der FU wurde beschlossen, nächsten Dienstag, am 8.6., eine Info-Vollversammlung einzuberufen. Beginn dieser wird 14 Uhr sein, der Ort ist das Foyer vor dem Hörsaal 1A in der Silberlaube. In der VV wird es unter anderem eine kurze Auswertung des letzten Semesters anhand der von uns gestellten Forderung und deren Umsetzung geben. Außerdem soll es um Aktuelles aus diesem Semester sowie um einen Ausblick auf die geplante Fortsetzung des Bildungsstreiks in den nächsten Wochen und Monaten gehen.

Weiterhin findet einen Tag später, am 9.6., um 12 Uhr vor dem Roten Rathaus die nächste Bildungsstreikdemo in Berlin statt.

FU versenkt unter mysteriösen Umständen eine Million Euro in New Yorker Auslandsbüro

Wer in den letzten Tagen aufmerksam in der Tagespresse mitgelesen hat, wird sicherlich schon gehört haben, dass die FU Berlin ungefähr eine Million Euro mit einem Fundraising-Projekt in New York verloren hat. An dieser Stelle sei auf zwei Berichte diesbezüglich bei SpiegelOnline sowie im Tagesspiegel verwiesen. Ein Vorgang von politischer Dimension, schaltete sich doch kürzlich sogar der Rechnungshof in die Sache ein.

Aus aktuellem Anlass klärt die FSI OSI in einem Blogeintrag über die Bedeutung dieses Vorgangs sowie über die bereits seit langem geäußerte studentische Kritik an finanzintensiven Fundraising-Projekten auf.

Den extremen Umfang der verschleuderten Summe darf jeder Studierende der FU getrost als Schlag ins Gesicht verstehen, ist doch die fehlende Finanzierbarkeit in Fachbereichs- und Institutsräten an der gesamten FU selbst bei minimalen Summen das obligatorische Totschlagargument. Während Studierende vergeblich um die Erhaltung von Professuren, ein breiteres Lehrangebot oder um ganz konkrete organisatorische Verbesserungen im Umfang von einigen hundert oder tausend Euro kämpfen, sitzt das Geld auf zentraler Ebene der Uni scheinbar ziemlich locker – gerade wenn es um Prestige und Exzellenz geht. Ob sich Exzellenz bei so einer Prioritätensetzung aber überhaupt noch rechtfertigen lässt, ist wohl eine andere Frage..

Update (24.05.10, 2:58 Uhr):

Weitere Links zum Thema:
- Berliner Morgenpost – Freie Universität stoppt Kooperation mit den USA
- Der Tagesspiegel – Falsche Freunde

Spiegel Online: Wem gehört Berlin?

Spiegel Online: Wem gehört Berlin?

Mit dem nötigen Willen scheint Vieles möglich: Universitäten korrigieren fehlkonstruierte Bachelor-Studiengänge / Wo bleibt die FU?

SZ: Mehr Freiheit für Studenten – Unis lockern Satzungen zum neuen Semester

Tagesspiegel: „Auf Augenhöhe mit den Großen“ – Die TU Berlin bricht auf – mit neuen Plänen für Forschung und Lehre

Anhand der beiden oben genannten Presseberichte ist deutlich erkennbar, dass mit dem nötigen Willen auch schnell auf Missstände an den deutschen Universtitäten reagiert werden kann. Die TU hat angekündigt, in drei Studiengängen ein sogenanntes „Y-Modell“ einzuführen. „Die Studierenden können nach drei Jahren im Bachelor entscheiden, ob sie ein weiteres stark berufsbezogenes Jahr im Bachelor absolvieren und dann in den Beruf gehen oder ob sie lieber in ein zweijähriges Masterstudium wechseln wollen“, schreibt der Tagesspiegel. Zu diesem Modell führte unter anderem die Bologna-Vorgabe, dass Bachelor und Master zusammen nicht mehr als 10 Semester umfassen dürfen. Auch an den bayerischen Universitäten hat man mittlerweile Handlungsbedarf erkannt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die LMU die Prüfungsdichte im Bachelorstudium spürbar herabgesetzt. Dafür wurden dort die Satzungen von ungefähr 80 Bachelor-Studiengängen in einer Art Schnellverfahren geändert. Auch bereits immatrikulierte Studierende können nun von diesen Veränderungen profitieren. Das Totschlagargument der langsamen Bürokratie scheint damit entkräftet Weitere Beispiele für derartige Initiativen sind die Unis Erlangen-Nürnberg, Augsburg, Bayreuth, Regensburg und die TU München. Auch an vielen Fachhochschulen werden derzeit dringend nötige Veränderungen forciert.

Wenn man sich da die FU anschaut, wird man fast neidisch. Es bleibt zu hoffen, dass das neu gewählte Präsidium die Zeichen der Zeit erkennt und endlich auf die umfassenden Bildungsproteste aus dem letzten Jahr reagiert. Wenn man sich Beispiele wie den vermeintlich politisch motivierten Rauswurf von Prof. Dr. Hajo Funke durch die Übergangspräsidentin der FU vor Augen führt, bei dem man sich derzeit gleichzeitig eines politischen Gegners als auch eines kritischen Professors zu entledigen versucht, bleibt nur zu hoffen, dass es mit dem neuen Präsidium besser wird.

Skandal an der Freien Uni – Willkürlicher Professoren-Rauswurf schlägt Wellen!!

Ein neuer Skandal an der Freien Universität bahnt sich an: Übergangspräsidentin Lehmkuhl setzt sich über den Willen universitärer Gremien hinweg und verhindert die Verlängerung eines kritischen Professors!!

Hier ein Link: Eklat an der Freien Universität Berlin – Präsidentin will Experten für Rechtsextremismus in Zwangsruhestand versetzen.

AStA-Bericht zur 669. Sitzung des Akademischen Senats der FU / Das Präsidium gibt einen Vorgeschmack darauf, wie es an der FU weitergeht..

Der AStA FU hat kürzlich einen Bericht zur letzten Sitzung des Akademischen Senats der FU veröffentlicht. Dabei geht es neben dem Rückzug der Präsidiums-Kandidatur von Prof. Rojas und der Mauschelei der bestimmenden Professorengruppen bei der Wahl zum Präsidium der FU auch um einen politisch motivierten Rauswurf eines Politik-Professors durch die derzeitige Übergangspräsidentin Prof. Dr. Lehmkuhl. Nach der Affäre Scharenberg übt das derzeitige Präsidium, für dessen Politik auch der derzeit aussichtsreichste Präsidiumskandidat Prof. Dr. Alt steht, wiederholt entgegegen Widerständen aus diversen akademischen Gremien politisch motiviert Einfluss auf die Besetzung bzw. Verlängerung von Professuren an einzelnen Fachbereichen aus. Die fsi wiwiss verurteilt diese rechtswidrige Praxis entschieden und fordert das Präsidium auf, derartige Einflussnahmen zu unterlassen bzw. zu revidieren.

Anreizstrukturen an der Hochschule gefährden die Freiheit von Bildung und Forschung / Ein Kommentar

Angeregt von einem Kommentar in der taz (Die Reformen der Hochschullandschaft – Das Prinzip der Konkurrenz) möchten wir an dieser Stelle etwas näher darauf eingehen, was effizienzorientierte Anreizstrukuren an der Hochschule für Bildung und Forschung bedeuten. Aus diesen im Zuge der Einführung der Bologna-Reformen weiter massiv vorangetriebenen Umstrukturierungen leiten sich auch viele Implikationen für den Charakter studentischer Mitbestimmung in den universitären Gremien ab.

Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Strukturen in der Finanzierung der Fachbereiche durch die Hochschulen, im Folgenden am Beispiel der FU Berlin. Jeder Fachbereich erhält vereinfacht ein bestimmtes Budget, abhängig von seiner Größe. Darüber hinaus gibt es dann eine so genannte FU-interne Leistungsverrechnung. An dieser Stelle wird es interessant, denn das Präsidium gibt bestimmte Ziele vor, an denen sich diese „Leistungsverrechnung“ orientiert. Beliebte Ziele sind dabei zum Beispiel das Einwerben möglichst vieler Drittmittel oder eine hohe Anzahl von Absolventen in der Regelstudienzeit. Je nach Erfolg der Fachbereiche (gemessen an den entsprechenden Zielvorstellungen) wird dann vom Grundbudget entweder wieder ein Teil abgezogen oder es kommt Geld dazu. Gebräuchlich sind auch persönliche Zielvereinbarungen zwischen Präsidium und einzelnen Professoren, über die das Präsidium ebenfalls stark Einfluss nehmen kann. Ein ähnliches System wie bei der hochschulinternen Mittelvergabe an die Fachbereiche und Institute findet sich auch bei der Finanzierung der Hochschulen durch den Senat in Berlin wieder. Das Resultat sind Anreizsysteme, denen sich Universitäten und Fachbereiche in der Regel nicht widersetzen wollen bzw. können. Sie treten untereinander in Konkurrenz. Die ebenfalls zu großen Teilen von der Idee einer elitären, auf Effizienz und Renommée getrimmten Bildung besessenen Verantwortlichen an den Universitäten haben so gegenüber Kritikern gleichzeitig auch ein gutes Argument: Man sei nicht zuständig und handele lediglich entsprechend seiner Möglichkeiten und Aufgaben. Man müsse quasi mitspielen, um zu überleben. Auf diesem Wege wird das in letzter Konsequenz von der Politik zu verantwortende Prinzip von Ebene zu Ebene nach unten weitergereicht und gegen alle Widerstände auf autoritäre Art und Weise durchgesetzt. So lesen sich beispielsweise die Resolutionen des Studierendenparlaments der FU wie das komplette Gegenteil der durch Präsidium, Senat und Bundespolitik geschaffenen Realität und der Bildungsstreik spricht ebenfalls eine klare Sprache. Die Studierenden sprechen viele Probleme an, aber man ist nicht auf einen Dialog aus in der Hochschulpolitik.

Der einzelne Student, also der bildungsinteressierte Bürger, ist das letzte Glied in dieser Kette. So wie der Ausgangspunkt des Prinzips Zahlen waren, ist auch er letztlich nur noch eine Zahl. Auch er muss schließlich mitspielen um als Student im eigentlichen Sinne zu überleben. Alles muss effizient organiert sein – der eigentliche Sinn von Bildung gerät da schnell in den Hintergrund. Realitätsfremd und bürokratisch werden Anmeldefristen und Anrechnungsmöglichkeiten designt. Bei der Auslegung von Regelungen wird kein Spaß verstanden – alles muss penibel genau ablaufen. Dabei wird die Umsetzung dieser Regelungswut durch die Zerstückelung und Modularisierung des ehemals komplexen, noch vom Humboldtschen Bildungsideal geprägten Diplomstudiums auf die Spitze getrieben. Es wird hiermit erst möglich jeden Teil des Bildungssystems jederzeit auf Effizienz zu trimmen, frei nach dem Motto „Wer zu schlecht ist, braucht nach dem Bachelor auch nicht weiter gefördert werden; wer dem Druck nicht standhält, hat auch keinen weiteren Anspruch auf Bildung“. Es sind überhaupt in gefährlich vielen Bereichen unserer heutigen Gesellschaft nur noch Zahlen von Bedeutung, sei es in der Gesundheitspolitik, bei der Vergabe von Entwicklungshilfe, beim Führen von Kriegen oder eben im Bildungssystem. Überall wird mittlerweile wie ein knallharter Betriebswirt kalkuliert: Ist die Zahl positiv, dann lohnt es sich; ist sie negativ, dann lohnt es sich nicht. Selbst Rechtsbrüche durch illegale Ordnungen und Verfahrensweisen spielen im Maximierungskalkül von Unternehmen und Universitäten mittlerweile eine Rolle. Auf Basis dieser Zahlen werden weitreichende Entscheidungen getroffen. So maßt man sich in der Lehre im Rahmen unflexibler und festgefahrener Bachelor-Studiengänge an zu wissen, welche Lehrinhalte bedeutsam sind und welche nicht. In wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen wird es oft gar nicht mehr für nötig gehalten zu betonen, dass die errechneten Zahlen auf teils unrealistischen Annahmen beruhen und auf Basis ökonomischer Modelle entstanden sind, welche allenfalls versuchen können die komplexe Welt mathematisch zu modellieren. Wahlmöglichkeiten oder gar Interdisziplinarität durch die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen gibt es höchstens noch in der Forschung oder in Geschichten von früher. Ansonsten kocht jeder sein eigenes Süppchen. Von einem Politologen, welcher wirtschaftswissenschaftliche Veranstaltungen belegt und dort – so die Theorie – Ressourcen verbraucht, hat der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft nichts. Ein fremder Absolvent bringt kein Geld! Es gibt demnach so gut wie keine Wahlmöglichkeiten und so gut wie keine Interdisziplinarität mehr in der Lehre, während die etwas flexibleren Master-Studiengänge mit durchschnittlich 20-30 Plätzen pro Studiengang nur einer kleinen Elite vorbehalten werden.

Ethische Überlegungen und Werte haben schon lange keine Hochkonjunktur mehr. Nur so kommen Leute wie Thilo Sarrazin, ehemaliger Finanzsenator in Berlin und mittlerweile gechasster Verantwortlicher bei der Bundesbank und SPD-Mitglied, auf die Idee, einen Speiseplan für HartzIV-Empfänger aufzustellen, aus dem hervorgeht, dass 4,25 Euro am Tag ausreichend sind, um sich zu ernähren. Nur so vergessen Menschen die Tragweite ihres Handelns und lassen von der Effizieenzidee getrieben die Preise von Großpackungen aus dem Discounter auf die einzelne Scheibe Wurst runterrechnen. Eine ungesunde Entwicklung, nicht nur für HartzIV-Empfänger. Die grundsätzliche Logik ist überall geprägt von der Idee, dass alles ausgenutzt wird, was es auszunutzen gibt (der homo oeconomicus lässt grüßen) – auch wenn damit Millionen rechtschaffender Bürger teils von ihren selbst gewählten Parteien regelmäßig diffamiert werden. Dabei wird dann auch noch mit unverhältnismäßiger Härte auf die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft abgestellt, sei es der HartzIV-Empfänger, bei dem mindestens genau so viel Aufwand betrieben wird um Geld einzusparen wie bei der Verfolgung von Finanzsündern, oder sei es der Studierende, der auf BaföG angewiesen ist und dem dies verwehrt wird, da er nicht 100 sondern nur 98 % des Regelpensums erfüllt hat. Deckungsgleich sind diese Überlegungen mit großen Teilen der modernen Wirtschaftswissenschaft. Gerade den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten tut das Prinzip Effizienz, verkörpert durch die Strukturen der Hochschulfinanzierung, nicht gut. Alternative Inhalte wie die Theorien von Karl Marx, welche nicht den Mainstream darstellen und keinen „Absatzmarkt“ auf unserem heutigen Forschungs- und Arbeitsmärkten haben, sind mit der Zeit aus Lehre und Forschung verschwunden und werden spöttisch abgetan. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass Marx selbst diese Tatsache mit seinem Kapitel zum Warenfetisch erklärt.

Auch die Exzellenzinitiative kreiert dabei ein gefährliches Anreizsystem: Sie setzt Anreize für mehr und bessere Forschung auf Kosten der Lehre. Mit Forschung lässt sich derzeit viel Geld verdienen auf dem Bildungsmarkt. Aber auch hier gilt ganz allgemein: Nur die „richtige Forschung“ verkauft sich. Es wird sich daher weniger mit dem beschäftigt, was interessiert und einen Erkenntnisgewinn zu liefern verspricht, sondern mit dem, was sich verkauft – dabei verkaufen sich naturgemäß bestimmte Inhalte besser als andere. Wieder haben Inhalte wie Marx schlechte Karten. Wieder hat Marx Recht, wenn er von einem systematischen Problem in einer ganzen Wissenschaft spricht. Zynischerweise kann nicht einmal das durch die Exzellenzinitiative forcierte Qualitätsziel in der Forschung glaubhaft gerechtfertigt werden, zumal sich in der Forschung eine Tendenz dazu ergibt, dass alles so oft wie möglich verwertet und so billig wie möglich hergestellt wird. Dies konterkariert die durch die Exzellenzinitiative erhoffte Qualitätssteigerung. Qualität lebt prinzipiell nicht nur von einem höheren Budget, sondern auch von der Vielfalt und dem Diskurs. Wie es scheint, gerät dies immer mehr in Vergessenheit.

Es mag als abgedroschenes Beispiel erscheinen, aber können wir es moralisch rechtfertigen, Milliarden in politisch motivierte Kriege zu stecken, während wir dem einzelnen Bildungswilligen nur noch ein festgelegtes Höchstmaß an Bildung zukommen lassen, um hier wiederum ein paar Millionen Euro zu sparen? Wo steuert eine Gesellschaft mit dieser Devise auf lange Sicht hin? Zerstören wir damit nicht auf kurz oder lang die Errungenschaften unserer aufgeklärten Gesellschaft? So arrogant wie die Politik immer wieder alle Sorgen der direkt Betroffenen um unser freies Bildungssystem abtut, lässt sich die Antwort auf diese Frage fast erahnen.. Eine Gesellschaft muss sich immer die Frage stellen, was ihr gewisse Errungenschaften wert sind – auch jenseits von Nutzenfunktionen und Wahrscheinlichkeiten. Wenn sie das verlernt und sich zum Sklaven einer stumpfen Effizienz-Ideologie macht, dann ist es höchste Zeit die Frage aufzuwerfen, wo es hingehen soll – gerade im Bildungssystem.




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