Mit dem nötigen Willen scheint Vieles möglich: Universitäten korrigieren fehlkonstruierte Bachelor-Studiengänge / Wo bleibt die FU?

SZ: Mehr Freiheit für Studenten – Unis lockern Satzungen zum neuen Semester

Tagesspiegel: „Auf Augenhöhe mit den Großen“ – Die TU Berlin bricht auf – mit neuen Plänen für Forschung und Lehre

Anhand der beiden oben genannten Presseberichte ist deutlich erkennbar, dass mit dem nötigen Willen auch schnell auf Missstände an den deutschen Universtitäten reagiert werden kann. Die TU hat angekündigt, in drei Studiengängen ein sogenanntes „Y-Modell“ einzuführen. „Die Studierenden können nach drei Jahren im Bachelor entscheiden, ob sie ein weiteres stark berufsbezogenes Jahr im Bachelor absolvieren und dann in den Beruf gehen oder ob sie lieber in ein zweijähriges Masterstudium wechseln wollen“, schreibt der Tagesspiegel. Zu diesem Modell führte unter anderem die Bologna-Vorgabe, dass Bachelor und Master zusammen nicht mehr als 10 Semester umfassen dürfen. Auch an den bayerischen Universitäten hat man mittlerweile Handlungsbedarf erkannt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die LMU die Prüfungsdichte im Bachelorstudium spürbar herabgesetzt. Dafür wurden dort die Satzungen von ungefähr 80 Bachelor-Studiengängen in einer Art Schnellverfahren geändert. Auch bereits immatrikulierte Studierende können nun von diesen Veränderungen profitieren. Das Totschlagargument der langsamen Bürokratie scheint damit entkräftet Weitere Beispiele für derartige Initiativen sind die Unis Erlangen-Nürnberg, Augsburg, Bayreuth, Regensburg und die TU München. Auch an vielen Fachhochschulen werden derzeit dringend nötige Veränderungen forciert.

Wenn man sich da die FU anschaut, wird man fast neidisch. Es bleibt zu hoffen, dass das neu gewählte Präsidium die Zeichen der Zeit erkennt und endlich auf die umfassenden Bildungsproteste aus dem letzten Jahr reagiert. Wenn man sich Beispiele wie den vermeintlich politisch motivierten Rauswurf von Prof. Dr. Hajo Funke durch die Übergangspräsidentin der FU vor Augen führt, bei dem man sich derzeit gleichzeitig eines politischen Gegners als auch eines kritischen Professors zu entledigen versucht, bleibt nur zu hoffen, dass es mit dem neuen Präsidium besser wird.





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