Annäherung mit dem Fachbereich in Sachen Prüfungsbüro

Wir hatten vor kurzem über gravierende Unstimmigkeiten bei der Arbeit des Prüfungsbüros sowie über die Ablehnung eines studentischen Gesprächsgesuchs durch den Fachbereich berichtet und wollen an dieser Stelle über den aktuellen Stand unserer Bemühungen informieren. Zunächst einmal ist erwähnenswert, dass wir uns mittlerweile bezüglich aller genannten Probleme mit dem Prüfungsbüro im Dialog befinden.

Das Problem der Diplomstudentin mit der ihr verwehrten Wahlfachanerkennung wurde im Zuge unserer Bemühungen einvernehmlich mit dem Prüfungsbüro gelöst. Das durch die Studentin bereits absolvierte Wahlfach wurde vom Prüfungsbüro anerkannt – allerdings geschah dies laut dem Prüfungsbüro „ausnahmsweise“. Die Studierenden sollten also ganz genau im Auge behalten, unter Verwendung welcher Praxis in der DPO2000 festgeschriebene Wahlfächer im Diplom in Zukunft durch das Prüfungsbüro anerkannt werden. Die Argumentation des Prüfungsbüros uns gegenüber war zwar durchaus von nachvollziehbaren Überlegungen gekennzeichnet, allerdings stellte diese in ihrer Konsequenz gleichsam die prinzipielle Existenz von Wahlfächern in Frage. Dies zeigt wiederholt, dass hier weniger die geltenden Ordnungen der auslaufenden Studiengänge als Handlungsgrundlage herangezogen werden, als durch die neuen Studiengänge geschaffene bzw. nicht mehr vorhandene Strukturen Ausgangspunkt der Überlegungen sind. Wie so oft geht es letztlich um’s Geld, da in der BA/MA-Bildungslandschaft fachbereichsübergreifende Lehrinhalte auf der Strecke bleiben und ausgenommen vertraglich geregelter Zusammenarbeit in der Regel jeder Fachbereich sein eigenenes Süppchen kocht. Dies ist nicht zuletzt auf die durch Senat und Präsidium vorgegebenen Finanzierungsformen in der Hochschullandschaft zurückzuführen. Um sich gegen auftretende Probleme zu wehren, sollte man in strittigen Fällen die Hochschulberatung des AStA in Anspruch nehmen oder sich an uns wenden, um eine Überprüfung des Sachverhalts zu veranlassen.

Der ebenfalls im vorangegenagenen Blogeintrag geschilderte Vorgang bezüglich der Versäumnis der Anmeldung auf den gelben Listen liegt zurzeit beim Rechtsamt der FU. Parallel sind wir mit dem Prüfungsbüro im Dialog über ein neues Anmeldeverfahren und Lösungsmöglichkeiten für die im WiSe09/10 betroffenen Studierenden. Hier gibt es einige Schwierigkeiten bei der Gestaltung, da es an der FU nur ein zentrales Campus Management System gibt – wird also etwas am Anmeldeprozedere im Campus Management geändert, so hat dies für Studierende aller Fachbereiche der FU Konsequenzen. Bei den unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Fachbereiche und Institute, welche den verschiedenen Prüfungsordnungen und Verfahrensweisen geschuldet sind, fallen Probleme einzelner Fachbereiche offenbar nicht so in’s Gewicht, wie der Fachbereich und wir es uns an dieser Stelle wünschen würden. Bereits vor mehreren Monaten haben wir diesbezüglich eine Anfrage an die zuständige Vizepräsidentin Keitel-Kreidt gestellt – eine Antwort blieb bis heute aus. Schockierend ist in diesem Zusammenhang auch, wie unglaublich unflexibel die FU in Sachen Campus Management zu Werke geht. Durch die vom Präsidium geschaffenen Tatsachen ist es nahezu unmöglich, ein sinnvolles Anmeldeverfahren zu kreieren, welches den Ansprüchen von Studierenden und Fachbereich gleichsam gerecht wird.

Zudem sind wir als Reaktion auf unseren Blogeintrag auf ein zusätzliches Problem aufmerksam gemacht worden, welchem wir uns ebenfalls angenommen haben. Es geht um Anmeldungen in Campus Management, welche laut den betroffenen Studierenden scheinbar durch technische Fehler gelöscht worden sind. Dies hatte in den beschriebenen Fällen zur Folge, dass das Prüfungsbüro sich weigerte, die am jeweiligen Lehrstuhl bereits abgeleistete Prüfung anzuerkennen. Das Prüfungsbüro zeigte sich hier auch uns gegenüber unnachgiebig, zumal es verständlicherweise mögliche juristische Aushebelungen des geltenden Anmeldeverfahrens durch Präzedenzfälle um jeden Fall verhindern will. Unser Ansatzpunkt ist nun die mangelnde Nachweisbarkeit einer korrekten Anmeldung durch die Studierenden. Diese werden dem Vorschlag des Prüfungsbüros, beim Anmeldevorgang einen Screenshot zu machen, sicherlich nur in sehr geringer Zahl Folge leisten. Es sollte daher möglich sein, eine effektive Anmeldebestätigung in des bestehende System zu implementieren, um zukünftig derartige Streitfälle zu verhindern. Bis es so weit ist, empfehlen wir aber dennoch sicherheitshalber auf den Screenshot als Beweismöglichkeit zurückzugreifen. Auf die Veranlassung einer Überprüfung des Campus Managements auf technische Fehler wollte Prof. Dr. Hundsdoerfer als Vorsitzender des Prüfungsbüros zunächst verzichten, da er die Option technischer Fehler quasi ausschloss. Da sich aber auch hier bei uns Anfragen dieser Art häufen, werden wir voraussichtlich auch dieser Frage weiter nachgehen.

Weiterhin erhielten wir vor kurzem einige Anfragen bezüglich verschiedener strittiger Klausurstellungsverfahren. Daraufhin haben wir zwei an unserem Fachbereich gängige Formen der Klausurstellung ebenfalls zur Überprüfung an das Rechtsamt der FU geschickt. Zum einen geht es hier um aufgabenübergreifende Minuspunkte in Multiple Choice-Klausuren, zum zweiten um ein Verfahren, nachdem jede einzelne Teilaufgabe bestanden sein muss, um die gesamte Klausur zu bestehen. Für die jeweiligen Klausurstellungsverfahren sind die entsprechenden Lehrstühle verantwortlich, jedoch müssen auch diese sich dabei an die geltenden Ordnungen halten.


3 Antworten auf “Annäherung mit dem Fachbereich in Sachen Prüfungsbüro”


  1. Gravatar Icon 1 Steffen 10. März 2010 um 23:34 Uhr

    es ist doch unglaublich dass unser Prüfungsbüro kein ordentliches Anmeldeverfahren auf die Reihe kriegt, das aber im Rest der Republik kein Thema ist..

  2. Gravatar Icon 2 fsiwiwiss 10. März 2010 um 23:46 Uhr

    Da hast du Recht! Aber wie angedeutet liegt die Verantwortung für diese unhaltbare Situation in diesem Fall tatsächlich zu großen Teilen beim Präsidium, welches es ja nicht mal für nötig hält, unsere Anfragen diesbezüglich zu beantworten. Rechtlich lässt sich da leider auch nicht viel machen – wir haben da in der Vergangenheit schon so einige Versuche unternommen..

  1. 1 Reaktion vom Rechtsamt der FU: Gelbe Listen wohl nicht rechtswidrig « fsi-wiwiss Pingback am 20. März 2010 um 17:49 Uhr
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