Unstimmigkeiten bei der Arbeit des Prüfungsbüros – FB Wiwiss lehnt studentisches Gesprächsgesuch ab!!

Derzeit handelt das Prüfungsbüro Wiwiss anhand zweier Einzelfälle mit Präzedenzcharakter zutiefst intransparent, inkulant und studierendenfeindlich. Es geht hierbei um ein neu eingeführtes Anmeldeverfahren in den Bachelor- und Master-Studiengängen des Fachbereichs, das sogenannte „Check-in“ Verfahren, sowie um die Praxis der Wahlfach-Anrechnung im Diplom.

Zum einen wurde einem Studierenden, welcher es versäumt hatte sich auf den gelben Listen für einer Klausur einzutragen, auf seine Anfrage an das Prüfungsbüro bezüglich der Bitte um Nachholung dieser Anmeldung mitgeteilt, dass er die Klausur daher nicht mitschreiben könne.
Diese Entscheidung ist in unseren Augen aus verschiedenen Gründen nicht tragbar: Der Studierende hat seinen Fehler selbst bemerkt und sich dahingehend eigenständig an das Prüfungsbüro gewandt, um das Problem zu lösen. Das Prüfungsbüro scheint hier also prinzipiell nicht an einer Lösung interessiert zu sein, obwohl es in Einzelfällen definitiv Spielraum für kulante Lösungen gibt bzw. geben sollte – gerade in Anbetracht der erst kürzlichen Einführung des Anmeldeverfahrens. Hier spielt auch die Verhältnismäßigkeit eine Rolle, zumal einzelnen Studierenden, welche die Anmeldung auf den gelben Listen versäumt haben, eine Teilnahme an der Prüfung erst ein Jahr später wieder möglich ist. Dem entgegen ist der FBR in seinen Entscheidungen regelmäßig bestrebt, Studierende so schnell wie möglich zum Abschluss zu führen. Am konkreten Beispiel lässt sich die Politik des FBR, des höchsten beschlussfassenden Gremiums am FB, also in keinster Weise nachvollziehen. Zudem sind wir aufgrund der entsprechenden Absätze in der Satzung für Allgemeine Prüfungsangelegenheiten (SfAP) sowie in den Studien- und Prüfungsordnungen unserer Bachelor/Master-Studiengänge der Meinung, dass die obligatorische Anmeldung auf den gelben Listen rechtswidrig ist und dass somit lediglich die Anmeldung im Campus Management rechtsverbindlich ist. Diese Information erhielten wir auch im Rahmen der Beschlussfassung über das Check-in Verfahren im Prüfungsausschuss am 14.10.2009 sowie im Rahmen der Information über das neue Anmeldeverfahren auf der FBR-Sitzung am 21.10.2009. Das neue Anmeldeverfahren sollte ursprünglich lediglich die vereinfachte Bereitstellung angemessen großer Räume und angemessen vieler Aufsichten ermöglichen, ein kulanter Umgang in Einzelfällen wurde uns versichert. Ausschließlich unter dieser Maßgabe waren wir damals bereit, die Einführung des Check-in Verfahrens mitzutragen. Durch einige Dozierende soll die Anmeldung auf den gelben Listen nach unseren Informationen wohl auch als optional dargestellt worden sein. Wir gehen davon aus, dass der Studierende bei weitem nicht der einzige mit einem derartigen Problem am FB ist.

Weiterhin sind uns Fälle bekannt geworden, in denen Studierende der auslaufenden Studiengänge größte Schwierigkeiten bei der Anerkennung ihrer bereits absolvierten Wahlfächer haben. Eine Studentin erhielt am konkreten Beispiel des (Wahl-)Fachs Ethnologie die Information, dass die Diplom-Studienordnung eine Anerkennung nicht hergäbe.
Dies ist in Anbetracht des § 15 (5) der Diplom-Studienordnung in unseren Augen grob falsch. Trotz intensiver Erklärung der inhaltlichen Beweggründe für die Wahl des Fachs Ethologie durch die Studentin wurde bezweifelt, dass es irgendeinen vernünftigen Zusammenhang zwischen dem Fach Wirtschaftswissenschaft und dem Fach Ethnologie gäbe. Dabei gibt es neben einem entsprechenden Gutachten, welches dem Prüfungsbüro vorliegt und eine Anrechenbarkeit nahelegt, an diversen anderen deutschen Unis Angebote im Bereich „Wirtschaftsethnologie“. Weder wir noch die Studentin erhielten bis jetzt eine inhaltliche Begründung für die Probleme bei der Anrechnung. Es ist uns auch hier vollkommen unverständlich, warum das Prüfungsbüro sich ganz offensichtlich auf explizit in der Studienordnung genannte anrechenbare Fächer beschränkt, wenn der Fachbereich doch bestrebt ist, seine Studierenden (gerade der auslaufenden Studiengänge) zu einem zügigen Abschluss zu führen und die Studienordnung eine Anrechenbarkeit auch bei jedem anderen, nicht explizit genannten Fach potentiell einschließt. Auch hier gehen wir davon aus, dass es sich bei weitem nicht um den einzigen Fall von Problemen bei der Wahlfach-Anrechnung im Diplom handelt.

Ein Gesprächsgesuch der Betroffenen sowie studentischer Gremienvertreter an den Vorsitzenden des Prüfungsbüros Prof. Dr. Hundsdoerfer sowie an das Dekanat des FB Wiwiss wurde durch diese bereits mit Verweis auf alleinige Entscheidungskompetenz des Prüfungsausschusses in diesen Fragen abgelehnt. Der Sachverhalt mit den gelben Listen wird mittlerweile vom Rechtsamt geprüft und liegt auch der Vizepräsidentin der FU, Univ-Prof. Dr. Dr. Keitel Kreidt, vor. Auch bezüglich der Wahlfach-Anrechnung streben wir eine Überprüfung des Sachverhalts an.


3 Antworten auf “Unstimmigkeiten bei der Arbeit des Prüfungsbüros – FB Wiwiss lehnt studentisches Gesprächsgesuch ab!!”


  1. Gravatar Icon 1 Steffen 25. Januar 2010 um 0:23 Uhr

    danke für Eure Arbeit!
    Das Prüfungbüro scheint echt mit den falschen Leuten besetzt zu sein. Das geht auch anders – ist aber eben eine Personalfrage.
    Realitätsferne Bürokraten, die leichtfertig mit der Lebenssituation von Menschen umgehen, erlebt man heutzutage leider überall!

  1. 1 Annäherung mit dem Fachbereich in Sachen Prüfungsbüro « fsi-wiwiss Pingback am 09. März 2010 um 19:23 Uhr
  2. 2 Reaktion vom Rechtsamt der FU: Gelbe Listen wohl nicht rechtswidrig « fsi-wiwiss Pingback am 20. März 2010 um 17:40 Uhr
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