Die letzte Sitzung des Fachbereichsrats Wirtschaftswissenschaft am 09.12.09 verlief sehr konstruktiv und erfolgreich aus Sicht der Studierenden. Prodekan Prof. Dr. Schöb vertrat Dekan Prof. Dr. Kleinaltenkamp und leitete die Sitzung. Weiterhin waren auch sechs Studierende anwesend inklusive der beiden gewählten studentischen Vertreter von LHG und fsi wiwiss.
Auf der Sitzung äußerte sich eine starke Unzufriedenheit der Professoren mit den derzeitigen Zielvereinbarungsverhandlungen mit dem Präsidium. Das Präsidium forderte hier teils nicht nachvollziehbare und kaum erreichbare Punkte ein. So soll der Fachbereich unter anderem die Anzahl der Alexander von Humboldt-Professuren in absehbarer Zeit von 0 auf 2 erhöhen, was relativ schwer bis gar nicht zu erreichen sein sollte. Fairerweise ist festzuhalten, dass das Präsidium seinerseits Zielvorgaben vom Senat erhält und einige somit „nur“ von oben nach unten weiterreicht. Das allein ist natürlich keine Rechtfertigung. Erst recht nicht, wenn darüber hinaus verkündet wird, dass 30% mehr Drittmittel eingeworben werden müssen und dies bei einem gleichzeitigen Rückgang der Professorenstellen von rund 26% stattfindet. Ob sich diese Werte lediglich auf den Fachbereich beziehen und über welchen Zeitraum sie sich erstrecken, blieb unklar.
Im Anschluss wurden Zahlen über die Studierenden der auslaufenden Studiengänge unseres Fachbereichs in fortgeschrittenen Fachsemestern vorgelegt. Es wurde vom Dekanat darauf hingewiesen, dass hier Zwangsberatungen verstärkt zu einem Studienabschluss führen sollten. Daraufhin merkten wir an, dass wir das an unserem Fachbereich geltende Merkblatt zu Zwangsberatungen für rechtlich durchaus bedenklich halten. Laut Fachbereich ist dieses Merkblatt in keinster Weise bindend und soll nur eine Hilfestellung zur Durchführung darstellen – daher sah man hier keinen Handlungsbedarf. Unsere grundsätzliche Ablehnung von Zwangsberatungen ist dem FBR indessen bekannt. In diesem Zusammenhang sprachen wir auch das Maluspunktesystem im Diplom an, welches nach unseren Informationen rechtswidrig sein dürfte. Ein Wiederholungsversuch muss für jede Prüfung gewährleistet werden – dies ist im Diplom-Hauptstudium nicht der Fall, da man bei fast vollem Maluspunktekonto durch den Erstversuch einer Prüfung aus dem Studium ausscheiden könnte. Wir schlugen vor, nicht bestandene Prüfungen erst ab dem Wiederholungsversuch mit Maluspunkten zu ahnden, um die Rechtswidrigkeit zu vermeiden. Dies würden wir gerade in Anbetracht der angekündigten verstärkten Anwendung der Zwangsberatungs-Auflagen einer Regelung wie in den Bachelor-Studiengängen des Fachbereichs vorziehen. Dort gibt es nur eine Sonderregelung für die letzte Prüfung vor dem Aufbrauchen des Bonuspunkekontos – diese darf, sofern sie einen Erstversuch darstellt, trotz Aufbrauchen des Bonuspunktekontos noch einmal wiederholt werden. Prof. Dr. Hundsdoerfer, Vorsitzender des Prüfungsbüros, versprach eine mögliche Rechtswidrigkeit zu prüfen.
Unter anderem wurde gestern auch die kürzlich im Akademischen Senats der FU verabschiedete Empfehlung diskutiert, Anwesenheitslisten abzuschaffen. Da dieses Thema an unserem Fachbereich aufgrund verhältnismäßig wenig angebotener Seminare und annähernd vollständig Anwesenheitspflicht-freien Vorlesungen derzeit keine große Rolle spielt, sind wir mit dem Fachbereich zunächst so verblieben, dass wir das Thema nochmals aufnehmen werden, sollten Fälle bekannt werden, in denen die nur selten am Fachbereich vorkommende (und in der Regel dann auch gerechtfertigte) Anwesenheitspflicht tatsächlich zu Problemen führt bzw. zu streng ausgelegt wird. Weiterhin wurde darauf hingewiesen, dass im Falle einer Abschaffung jede einzelne Studienordnung geändert werden müsste, was einen starken Verwaltungsaufwand erzeugen würde.
Auf Initiative der fsi wiwiss und der anderen anwesenden engagierten Studierenden hin wurde außerdem die offizielle Veranstaltung eines „Fachbereichstags“ im Januar 2010 beschlossen. Im Zuge der Empfehlung des Akademischen Senats an die Fachbereiche und Institute, Fachbereichs- bzw. Institutstage zu veranstalten, im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks sowie im Zusammenhang mit der auf der gestrigen FBR-Sitzung vorgestellten vollständigen Auswertung der Textantworten unserer Umfrage wollen wir damit einen Raum schaffen, in dem sich alle am Fachbereich vertretenen Gruppen gemeinsam über bestehende Probleme und mögliche Lösungsmöglichkeiten austauschen und verständigen können. Im Anschluss ist auch eine Vollversammlung aller Studierenden des Fachbereichs geplant. Fachbereichs- und Institutsversammlungen sind als Soll-Bestimmungen im Berliner Hochschulgesetz (sogar für jedes Semester) verankert, werden jedoch real nur sehr selten veranstaltet. Umso wichtiger ist also auch eine rege Beteiligung an diesem Angebot. Wir halten euch diesbezüglich auf dem Laufenden. Wer sich gar selber bei der Vorbereitung mit einbringen möchte, sei auf den Mailverteiler sowie auf das Wiki zum FB-Tag verwiesen.
Auch die Problematik der Aushangmöglichkeiten für Studierende am Fachbereich riefen wir nochmals in Erinnerung. Leider erhielten wir bis dato noch keine Einladung des Dekans zu der angekündigten AG, welche auf eine Klärung dieses Problems hinarbeiten sollte. In Anbetracht der unmittelbar bevorstehenden Wahlen zu Studierendenparlament und Fachschaftsrat haben wir uns daher mit dem Fachbereich zunächst darauf geeinigt, dass für die Zeit der Wahlen ein Aufsteller im Hörsaal-Gang des Gebäudes Garystraße 21 für Wahlwerbung und -information zur Verfügung gestellt wird. Prof. Dr. Schreyögg betonte an dieser Stelle noch einmal seine Unterstützung einer stärkeren Präsenz studentischer Web-Angebote auf der Fachbereichs-Website. An einer Umsetzung dessen arbeiten wir bereits.
Abschließend kam noch die Häufung uns bekannter Probleme von Studierenden mit dem Prüfungsbüro des Fachbereichs zur Sprache. Hier warfen wir die Frage auf, ob diese Probleme möglicherweise aus zu strengen Richtlinien oder aus einer chronischen Unterfinanzierung und einer damit einhergehenden Überlastung des Prüfungsbüros resultierten. Prof. Dr. Hundsdoerfer berief sich bezüglich der angewandten Richtlinien auf offiziell vorgegebene Richtlinien z.B. des BaföG-Amts, welche beispielsweise auch in der Bescheinigung von Prüfungsleistungen für Auslandsstudien zur Anwendung kämen. Diese seien teilweise ziemlich streng. Ob eine analoge Anwendung rechtlich zwingend ist, bleibt für uns zu überprüfen. Solltet ihr große Probleme mit dem Prüfungsbüro haben und sollte der Eindruck entstehen, dass eure Rechte dabei in irgendeiner Form verletzt sein könnten, lohnt prinzipiell ein Besuch bei der AStA-Hochschulberatung. Die Frage hinsichtlich einer möglichen Unterfinanzierung wurde in der Diskussion nicht weiter verfolgt. Dies ist sicher aber ein Punkt, den es sich durchaus nochmal aufzunehmen lohnt. Auch die regelmäßig wiederkehrenden Probleme mit Überschneidungen im Klausurplan wurden von uns in diesem Zusammenhang noch aufgegriffen. Hier zeigte sich das Prüfungsbüro bereits kurz vor der gestrigen FBR-Sitzung nach zwei entsprechenden Anfragen der fsi wiwiss etwas kompromissbereiter, in denen wir einen kulanteren Umgang mit Überschneidungsproblemen forderten. Nachwievor ist man aber nicht in jedem Fall bereit, auftretende Überschneidungen nachzubessern. Dies liegt in unseren Augen weniger an Unwillen, als an unserem Prüfungssystem, welches keine Alternativtermine vorsieht und somit notwendigerweise in vielen Fällen zu Überschneidungen führt. Da dieses Prüfungssystem im FBR so gewünscht ist, baten wir darum, sich dann eben auch stärker auftretenden Problemen anzunehmen. Leider konzentriert man sich bei der Argumentation dort sehr auf Studierende, welche im Regelstudienverlaufsplan studieren, was wohl eher die Ausnahme darstellen sollte. Daher ist es in unseren Augen wichtig, auch weiterhin darüber nachzudenken, ob unser derzeitiges Prüfungssystem so tragbar ist. Bei der Diskussion wurde auch einer unserer Vorschläge aufgegriffen, in den kommenden Semestern Klausurräume als Joker zu reservieren, damit das Prüfungsbüro in Zukunft auch im Nachhinein noch handlungsfähig ist, was das Auftreten von Überschneidungen angeht. Damit könnte man selbst im derzeitigen Prüfungssystem eine deutlich bessere Situation schaffen.
4 Antworten auf “Bericht von der Sitzung des FBR-Wiwiss am 09.12. / FBR Wiwiss beschließt Veranstaltung eines Fachbereichstags”
- 1 Pingback am 10. Dezember 2009 um 23:46 Uhr
- 2 Pingback am 07. Januar 2010 um 12:44 Uhr


Gut gemacht.
danke für eure arbeit