Unser Blogeintrag „Bildungsstreik zeigt an der HU Erfolge“ soll an dieser Stelle auch nochmal eindeutig als unser Fazit auf den Bildungsstreik 2009 verstanden werden. Entgegen aller Diffamierungen der Streikbemühungen unter anderem durch nicht am Streik beteiligte Hochschulgruppen wie LHG und RCDS, hat der Streik eindeutig einen signifikanten Effekt auf konkrete Hochschul- und Bildungspolitik, der nicht von der Hand zu weisen ist.
Auf dem Blog der LHG heißt es unter der Überschrift „Nachruf auf den Bildungsstreik: Ewig grüßt das Murmeltier.“ an einer Stelle „Aus meiner Sicht hat sich am Ende leider doch vieles wieder nur in den eigenen Kreisen um sich selbst gedreht. “In jedem Fall ist das Thema wieder auf der politischen Tagesordnung, zumindest vorübergehend” schreibt die FSI OSI. Mein Eindruck ist ein anderer.“, an einer anderen „Viele mediale Kommentare waren gespickt mit Ironie. Debattiert wurde über Teilnehmerzahlen. Und die Schlagzeilen wurden beherrscht von Besetzungen. Die Inhalte? “Bachelor und Master abschaffen”, “Mehr Geld für Bildung”, “Reiche Eltern für alle”, “Keine Macht dem Kapitalismus”. Das ist durchgekommen. (1) ist eine fixe Idee, (2) zu unpräzise, (3) ist albern und (4) einfach Ideologie.“
Man sieht in Anbetracht der Entwicklungen an der HU ganz deutlich, dass die als haltlos, radikal, ideologisch und zu unpräzise kritisierten Forderungen nicht nur mehrheitsfähig sind, sondern gar von einer Mehrheit der Menschen in unserer Gesellschaft getragen werden. Das Zerreden tatsächlich erzielter Erfolge scheint uns hier wie ein verzweifelter Versuch, die politische Isolation zu rechtfertigen, in welche sich die genannten Gruppen begeben haben.
5 Antworten auf “Bildungsstreik 2009 ein voller Erfolg!!”
- 1 Pingback am 02. November 2009 um 16:48 Uhr


Na ja, so verzweifelt bin ich eigentlich nicht und so isoliert fühle ich mich auch nicht. Wir beide sprechen doch zum Beispiel ziemlich viel miteinander.
Ich freue mich ehrlich über die Beschlüsse, die an der HU festgestellt werden können, zum Beispiel auch die seitens der HU wieder eingerichtete Möglichkeit, auch einzelne Kurse an anderen Universitäten der Region zu belegen. Ich ärgere mich mit vielen anderen, dass der Senat die Aufstockung der Mittel nochmal auf 35 Millionen € reduziert. Also, schön, dass an der HU etwas bewirkt wurde.
Aber an der FU?
Die folgende Frage kann man dann wieder darauf reduzieren, dass es das ewige Einerlei der LHG sei. Für wie möglich hältst du es indessen, dass die Erfolge an der HU auf ein grundsätzlich offeneres Gesprächsklima zurückzuführen sind, bedingt zumindest teilweise durch eine weniger aggressiv-konfrontative Linie des Refrats?
Ebenso wie das, was wir derzeit am Fachbereich tun, ebenfalls darauf basiert.
Es geht mir hier genau darum, dass wir jetzt auch an der FU an einem Strang ziehen müssen und die Dynamik dieser Entwicklung ausnutzen müssen. Da ist es kontraproduktiv, schon bevor hier an der FU etwas versucht worden ist, andauernd alles schlecht- und kleinzureden.
Abgesehen davon sehe ich auf Seiten des FU-Präsidiums auch grundsätzlich keine Bereitschaft, zu Veränderungen wie an der HU. Die Ziele der fsi wiwiss gehen exakt in die Richtung der Beschlüsse an der HU, wenn nun das Präsidium sähe, dass auch andere Hochschulgruppen wie z.B. die LHG für derartige Veränderungen stehen (was ihr ja prinzipiell tut), dann hätte man damit zumindest eine stärkere Verhandlungsposition. Was passiert aber stattdessen? Die LHG schreibt einen Artikel nach dem nächsten gegen den Bildungsstreik und versucht sogar, die erreichten Erfolge kleinzureden. Somit setzt ihr euch indirekt gegen eure eigenen Ziele ein, da ihr kein gutes Wort am Bildungsstreik verliert, der ja für genau diese Ziele steht. Ich kann das einfach nicht begreifen, da es keinen Sinn macht.
Doch, die Kritik macht Sinn. Ich sehe an der FU keine Dynamik. Im Gegenteil – die Dynamik, die durch Lenzens überraschende Unterstützung des Streiks am Entstehen war, wurde ja durch die Präsidiumsbesetzung knallhart wieder abgeblockt.
Ich glaube nicht, dass wir alles schlecht geredet haben. Wir haben uns im Grunde auf zwei Kernthesen fokussiert: Erstens der fragliche Allvertretungsanspruch, zweitens die Methodik.
Dass unser Präsidium störrischer ist, mag ja sein. Natürlich. Noch einmal: Aus meiner Sicht ist dies das Erbe einer langen Historie gegenseitiger Missachtung von diplomatischen Spielregeln, die wir heute ausbaden – oder eben noch verstärken.
Unsere Dekanate dagegen sind es nicht, so störrisch. Da sind wir gerne dabei und arbeiten vor Ort mit. Das geht aber offenkundig nicht an allen Fachbereichen, weil die gewählten Vertreter der LHG nicht respektiert werden und es auch nicht abseits davon, wie bei uns, eine offene Verständigung gibt.
Wobei zumindest der zweite Punkt sicherlich zu einem gewissen Teil auch LHG-bedingt ist, das will ich gern zugeben.
Wann hatte man zuletzt nach einer Demonstration, allen ersntes von einem Erfolg sprechen können? Zuletzt war es, als es um den Irakkrieg ging – allerdins ohne die Demo und mit einer Beteiligung hätten die Grünen sich damit so gewaltig ins eigene Bein geschaossen, dass sie wohl als sehr sehr unglaubwürdig aus der Sache herausgegangen wären. Soll also heißen, die Demo war vielleicht sogar nicht wirklich notwendig.
Der Bildungsstreik (wer hat sich diesen Titel ausgedacht?) muss weitergehen – eine Erfolgsstory ist das nicht.