Archiv für Juni 2009

Pressestimmen zur Bildungsthematik

Spiegel Online – Die Konfettirisierung von Forschung und Lehre

Spiegel Online – Die Bildungsmanager

Spiegel Wissen – Die Studenten-Fabrik

FAZ.net – Bildungsstreik

FAZ.net – Bologna: Idee und Wirklichkeit

Deutschlandfunk – Interview: „Die Studienbedingungen sind miserabel“

Der Tagesspiegel – Interview: „Es muss mehr Freiheit geben“

Eine kritische Betrachtung der FU

Letzte Woche wurde ein Film veröffentlicht der sich als Gegendarstellung zum offiziellen Imagefilm der FU Berlin sieht und einen kritischen Blick auf dieselbe wirft . Der Film basiert auf der Initiative von Studierenden der Freien Universität Berlin.
Die Danksagung gilt: Wolf-Dieter Narr, Peter Grottian, Michael Hartmann, Bodo Zeuner, Mathias Bartelt, Sarah *, Yuca *, Sarah *, Max *, Lisa *

  • FU – Eine Gegendarstellung hier, Länge: 42min
  • Freie Universität Berlin Imagefilm hier

Bildungsstreik 2009 ein voller Erfolg!!

Unser Blogeintrag „Bildungsstreik zeigt an der HU Erfolge“ soll an dieser Stelle auch nochmal eindeutig als unser Fazit auf den Bildungsstreik 2009 verstanden werden. Entgegen aller Diffamierungen der Streikbemühungen unter anderem durch nicht am Streik beteiligte Hochschulgruppen wie LHG und RCDS, hat der Streik eindeutig einen signifikanten Effekt auf konkrete Hochschul- und Bildungspolitik, der nicht von der Hand zu weisen ist.
Auf dem Blog der LHG heißt es unter der Überschrift „Nachruf auf den Bildungsstreik: Ewig grüßt das Murmeltier.“ an einer Stelle „Aus meiner Sicht hat sich am Ende leider doch vieles wieder nur in den eigenen Kreisen um sich selbst gedreht. “In jedem Fall ist das Thema wieder auf der politischen Tagesordnung, zumindest vorübergehend” schreibt die FSI OSI. Mein Eindruck ist ein anderer.“, an einer anderen „Viele mediale Kommentare waren gespickt mit Ironie. Debattiert wurde über Teilnehmerzahlen. Und die Schlagzeilen wurden beherrscht von Besetzungen. Die Inhalte? “Bachelor und Master abschaffen”, “Mehr Geld für Bildung”, “Reiche Eltern für alle”, “Keine Macht dem Kapitalismus”. Das ist durchgekommen. (1) ist eine fixe Idee, (2) zu unpräzise, (3) ist albern und (4) einfach Ideologie.“
Man sieht in Anbetracht der Entwicklungen an der HU ganz deutlich, dass die als haltlos, radikal, ideologisch und zu unpräzise kritisierten Forderungen nicht nur mehrheitsfähig sind, sondern gar von einer Mehrheit der Menschen in unserer Gesellschaft getragen werden. Das Zerreden tatsächlich erzielter Erfolge scheint uns hier wie ein verzweifelter Versuch, die politische Isolation zu rechtfertigen, in welche sich die genannten Gruppen begeben haben.

Bildungsstreik zeigt an der HU Erfolge

Heute erhielten wir eine Nachricht von der HU-Berlin, die wir im folgenden veröffentlichen.

Heute fanden die Sitzungen des Konzils und des Akademischen Senats statt. In der Konzilssitzung ging es um den Rechenschaftsbericht des Präsidiums; spannend wurde es dann aber erst richtig im Akademischen Senat, dem über 100 Studierende beiwohnten.

Erster Tagesordnungspunkt waren die Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks mit den 4 Überpunkten:

  • soziale Öffnung der Hochschulen,
  • Abschaffung des BA/MA-Systems in seiner bisherigen Form,
  • Demokratisierung der Hochschulen und
  • Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen

sowie die auf der Vollversammlung beschlossenen Forderungen für die HU. Beiden umfangeichenen Forderungskatalogen wollte die Professorenmehrheit des AS nicht pauschal zustimmen. Mathematik-Professor Griewank sagte dazu treffenderweise: „Eine Zustimmung wäre heuchlerisch, weil wir damit unsere gesamte bisherige Politik umkehren müssten.“ Nichtsdestotrotz wurde danach eine Erklärung beschlossen, die besagte, dass der AS die Kernforderungen der Studierenden im Rahmen des Bildungsstreiks unterstützte. Diese wurde später durch einen ausführlicheren Text ersetzt, in dem es heißt, dass sich alle Statusgruppen der Universität mit dem Ziel zusammensetzen sollen, die Studiensituation in den Bachelor und Master-Studiengängen zu verbessern.

Anschließend wurde es konkreter; es ging um 4 formulierte Anträge der Studierenden, die am Montag auf der Voll-Versammlung beschlossen wurden.

  • 1. „Die Abschaffung von Funktionsstörungsattesten“ wurde einstimmig angenommen! Hier geht es um die Praxis das Studierende Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinden sollen, damit diese bei Versäumen einer Prüfung dem Prüfungsamt genaue Symptome mitteilen können.
  • 2. „Der Akademische Senat findet es wünschenswert Anwesenheitslisten abzuschaffen. Dies soll in einer verfassungs- und geschäftsordnungskonformen Form bis zum Wintersemester 2009/10 geschehen.“ Der Antrag musste in dieser Weise umformuliert werden, weil der Senat es nicht direkt beschließen kann, da hierfür die Allgemeinen Studien- und Prüfungsordnungen umformuliert werden müssen. Auch dieser Antrag wurde angenommen, mit 12 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen
  • 3. „Der Akademische Senat beschließt die Überarbeitung aller BA/MA-Studiengänge bis zum WS 2010/11, bei denen dies rechtlich möglich ist und drängt bei jenen, wo dies nicht der Fall ist auf Veränderung (z.B. Lehramt). Die Berarbeitung geschieht unter folgenden Maßgaben:
    • Reduzierung des Workloads (bei 2 Enthaltungen)
    • verbesserte Studierbarkeit (einstimmig)
    • Einführung eines Moduls (10 SP) „Wahlfreiheit“ (Studium genarale) in allen Studienfächern (9 Ja-, 6 Nein-Stimmen, 6 Enthaltungen). Umgesetzt werden soll dies in Kommissionen in den Instituten, die zur Hälfte mit Studierenden besetzt sind, sofern solche entsprechenden Gremien noch nicht vorhanden sind.
    • Überprüfung der Prüfungsmodalitäten (einstimmig)
  • 4. Der einzig negativ beschiedene Antrag sah das Vorhalten von 50 Master-Plätzen für 50 Bachelor-Plätze vor, also die Garantie eines sicheren Masterplatzes für alle BachelorabsolventInnen. Es wurde argumentiert, dass dafür weniger Bachelor-Plätze angeboten werden müssten, daher ist der Antrag bei Zustimmung der 3 Stimmen durch die StudierendenverteterInnen abgelehnt worden


Wir freuen uns sehr für die Studierenden und hoffen, dass auch an der FU-Berlin sich die Situation verbessert. Die ist aber nur mit eurer Hilfe möglich.

Villa BEL an der TU Berlin besetzt!

Wie auch der AStA der FU berichtet, wurde im Zuge der gestrigen Großdemonstration zum Bildungsstreik 2009 die Villa BEL an der TU Berlin besetzt. Solange die Besetzung andauert, wird es Seminare und verschiedene Veranstaltungen in dem Gebäude geben.
Das frühere Gebäude des AStA der TU „war 2007 auf Betreiben des “Ring christlich-demokratischer Studenten” (RCDS), einer CDU-nahen Parteihochschulgruppe, der Universität übergeben worden. Der TU-AStA zog in schwer auffindbare und viel zu kleine Kellerräume. Der RCDS hatte einmalig die Wahlen zum Studierendenparlament gewinnen können und daraufhin zielgerichtet die Infrastruktur der studentischen Selbstverwaltung zerschlagen. Neben der Abschaffung der AStA-Druckerei sowie weiten Teilen des Beratungsangebots sollte auch der Beitrag der Studierenden zur Selbstverwaltung auf unter drei Euro gesenkt und damit der AStA de facto handlungsunfähig gemacht werden. Letzteres wurde von der TU-Leitung unterbunden.“ Seit der Rückgabe der Räumlichkeiten an die TU steht die Villa BEL leer.

FBR Wiwiss fasst Beschluss gegen die geplante (Teil-)Schließung der Mensa I

Der FBR Wirtschaftswissenschaft hat heute einstimmig unten stehende Stellungnahme zur geplanten Angebotsreduzierung der Mensa I verabschiedet. Damit reagiert der Fachbereich unter anderem auf die bis jetzt nicht stattgefundene Unterstützung des Präsidiums der FU in dieser Frage.

Der Fachbereich spricht sich gegen die radikale Reduzierung des Serviceangebots der Mensa I aus und fordert die anderen betroffenen Fachbereiche auf, einen analogen Beschluss zu fassen. Der Fachbereich bittet gleichzeitig das Präsidium, eine Aufhebung des Reduzierungsbeschlusses des Studentenwerks zu bewirken.

Beschluss des Fachbereichsrats vom 17. Juni 2009.

1500 Studierende bei VV – Präsidium der FU Berlin besetzt!!

Wie auch der AStA der FU berichtet, ist das Präsidium der FU Berlin im Anschluss an die heutige Vollversammlung besetzt worden! Auf der Seite des AStA heißt es dazu: „Am heutigen Dienstag (16.6.) wurde im Rahmen der Bildungsstreik-Aktionswoche das Präsidium der FU Berlin von mehreren Hundert Studierenden besetzt. Die Besetzung erfolgte um ca. 14 Uhr im Anschluss an eine FU-Vollversammlung, an der ca. 1500 Studierende teilnahmen. Die BesetzerInnen befinden sich momentan im Gebäude in der Kaiserswerther Str 16-18 in Dahlem und rufen vom Balkon aus weitere Studierende auf, sich ihnen anzuschließen.“ Dabei wurde kurz vorher noch eine Resolution mit Forderungen der Studierenden der FU verabschiedet. Die Besetzung dauerte gut vier Stunden an, bis das Gebäude von der Berliner Polizei auf brutale Art und Weise geräumt wurde.
Auch für die nächsten Tage ist für ein reichhaltiges Streik-Programm gesorgt: Neben der morgigen Großdemonstration (Beginn 11 Uhr vor dem Roten Rathaus) wird es auch an der FU in den nächsten Tagen zahlreiche Workshops und Aktionen geben. Wer sich informieren will, sei auf die „Streikzentrale“ im Seminarraum-Bereich in der Silberlaube gegenüber der Mensa verwiesen.

Diplom-Forum am 23.06., 11 Uhr, HS 101

Am 23. Juni 2009, 11.00 Uhr, HS 101 wird es das nächste Diplom-Forum am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft geben. Auch der Dekan und ggf. einzelne weitere Professoren werden erneut anwesend sein, um ihr Interesse an unserer Initiative auszudrücken. Ziel ist es erneut, den Studierenden durch eure Beiträge eine Stimme zu verleihen.

Nachdem die vom Fachbereichsrat eingesetzte Kommission zur Verbesserung der Lehrangelegenheiten für die Studierenden der auslaufenden Studiengänge sich bereits einige Male getroffen hat und die Initiative „Studierenden-ein-Forum-geben“ mit nahezu allen Professoren gesprochen hat, wollen wir euch unsere Eindrücke weitergeben. Wir wollen euch überdies zentral einige Dinge beschreiben, die sich künftig für uns ändern werden. Dabei geht es z.B. auch um die Drei-Semester-Übersichten. Dafür brauchen wir allerdings auch eure Hilfe, weshalb wir euch bitten möchten, erneut am Diplom-Forum teilzunehmen.

Um euer Studium zu verbessern, könnt ihr also viel tun. Ihr könnt auch sehr wenig tun, wenn ihr viel warum auch immer nicht tun könnt oder wollt. Ihr könnt zumindestens anwesend sein.

Pressestimmen zum Bildungsstreik

Tagesspiegel – „Wir sollten Ministerien besetzen“

taz – Schluss mit dem Schmalspurstudium

Financial Times Deutschland – Studenten wollen „Bank überfallen“

Und hier noch ein Video einer Credit Point-Jagd in einer Kruschwitz-Veranstaltung am FB Wiwiss:
LP Jagd FB WiWiss – FU Berlin – Bildungsstreik 2009

Fachbereichsleitung fordert für den 17.6. zum Ausfall bzw. zur Verlegung von Veranstaltungen auf, um Beteiligung an bundesweitem Bildungsstreik zu ermöglichen

Die Fachbereichsleitung des FB Wiwiss fordert in einer Mail alle Dozentinnen und Dozenten dazu auf, am 17.6. ihre Veranstaltungen ausfallen zu lassen bzw. zu verlegen. Damit soll den Studierenden des Fachbereichs eine Beteiligung an der bundesweiten Großdemonstration im Rahmen des „Bildungsstreiks 2009″ ermöglicht werden. Bereits gestern hatte die fsi wiwiss in einer Mail an den Dekan eine solche Maßnahme gefordert. Die Demonstration in Berlin startet am 17.06. um 11 Uhr vor dem Roten Rathaus. Bereits am 16.06. findet 12-14 Uhr eine FU-weite Vollversammlung in der Silberlaube statt. Eine gestern angesetzte Fachbereichs-Vollversammlung, welche über Forderungen und Inhalte des Bildungsstreiks informieren sollte, war leider von einer äußerst geringen Teilnahme geprägt – sicherlich nicht zuletzt aufgrund eines strukturellen Informations- und Kommunikationsdefizits der Studierendenschaft am FB Wiwiss.
Die von vielen Studierendenvertretungen, Schülervertretungen, Parteigruppen und Gewerkschaften getragene Initiative „Bildungsstreik 2009″ fordert unter anderem eine soziale Öffnung der Hochschulen, die Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form, eine Demokratisierung des Bildungssystems sowie die Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen. Zu den Forderungen und Aktionen im einzelnen, gibt es Informationen unter www.bildungsstreik2009.de. Anfang der Woche hatte bereits das Präsidium der FU Berlin (wie im Übrigen auch die Leitungen einiger anderer Universitäten) zur Beteiligung an der Kundgebung aufgerufen„mit dem Ziel, auf die Probleme im deutschen Bildungswesen, auf strukturelle Defizite und auf die Notwendigkeit einer ausreichenden Finanzierung aufmerksam zu machen“. Hintergrund der Unterstützung dürfte dabei wohl der Verhandlungsstopp um die Berliner Hochschulverträge sein, zumal sich die Streikbemühungen an der FU ja ausdrücklich auch gegen die autoritäre und neoliberale Politik des Präsidiums richten. Während die Hochschulen aufgrund gestiegener Kosten eine Etat-Aufstockung um 20 Prozent für den Erhalt des derzeitigen Leistungsangebots fordern, stellt der Berliner Finanzsenator lediglich einen Inflationsausgleich von 1,3 Prozent in Aussicht, was eine Realkürzung bedeuten würde mit in der Folge massivem Stellen- und Studienplatzabbau.
Weitere Infos sind auch hier auf unserem Blog zu finden.




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