Spiegel Online – Die Konfettirisierung von Forschung und Lehre
Spiegel Online – Die Bildungsmanager
Spiegel Wissen – Die Studenten-Fabrik
FAZ.net – Bologna: Idee und Wirklichkeit
Deutschlandfunk – Interview: „Die Studienbedingungen sind miserabel“
Letzte Woche wurde ein Film veröffentlicht der sich als Gegendarstellung zum offiziellen Imagefilm der FU Berlin sieht und einen kritischen Blick auf dieselbe wirft . Der Film basiert auf der Initiative von Studierenden der Freien Universität Berlin.
Die Danksagung gilt: Wolf-Dieter Narr, Peter Grottian, Michael Hartmann, Bodo Zeuner, Mathias Bartelt, Sarah *, Yuca *, Sarah *, Max *, Lisa *
Unser Blogeintrag „Bildungsstreik zeigt an der HU Erfolge“ soll an dieser Stelle auch nochmal eindeutig als unser Fazit auf den Bildungsstreik 2009 verstanden werden. Entgegen aller Diffamierungen der Streikbemühungen unter anderem durch nicht am Streik beteiligte Hochschulgruppen wie LHG und RCDS, hat der Streik eindeutig einen signifikanten Effekt auf konkrete Hochschul- und Bildungspolitik, der nicht von der Hand zu weisen ist.
Auf dem Blog der LHG heißt es unter der Überschrift „Nachruf auf den Bildungsstreik: Ewig grüßt das Murmeltier.“ an einer Stelle „Aus meiner Sicht hat sich am Ende leider doch vieles wieder nur in den eigenen Kreisen um sich selbst gedreht. “In jedem Fall ist das Thema wieder auf der politischen Tagesordnung, zumindest vorübergehend” schreibt die FSI OSI. Mein Eindruck ist ein anderer.“, an einer anderen „Viele mediale Kommentare waren gespickt mit Ironie. Debattiert wurde über Teilnehmerzahlen. Und die Schlagzeilen wurden beherrscht von Besetzungen. Die Inhalte? “Bachelor und Master abschaffen”, “Mehr Geld für Bildung”, “Reiche Eltern für alle”, “Keine Macht dem Kapitalismus”. Das ist durchgekommen. (1) ist eine fixe Idee, (2) zu unpräzise, (3) ist albern und (4) einfach Ideologie.“
Man sieht in Anbetracht der Entwicklungen an der HU ganz deutlich, dass die als haltlos, radikal, ideologisch und zu unpräzise kritisierten Forderungen nicht nur mehrheitsfähig sind, sondern gar von einer Mehrheit der Menschen in unserer Gesellschaft getragen werden. Das Zerreden tatsächlich erzielter Erfolge scheint uns hier wie ein verzweifelter Versuch, die politische Isolation zu rechtfertigen, in welche sich die genannten Gruppen begeben haben.
Heute erhielten wir eine Nachricht von der HU-Berlin, die wir im folgenden veröffentlichen.
Heute fanden die Sitzungen des Konzils und des Akademischen Senats statt. In der Konzilssitzung ging es um den Rechenschaftsbericht des Präsidiums; spannend wurde es dann aber erst richtig im Akademischen Senat, dem über 100 Studierende beiwohnten.
Erster Tagesordnungspunkt waren die Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks mit den 4 Überpunkten:
Anschließend wurde es konkreter; es ging um 4 formulierte Anträge der Studierenden, die am Montag auf der Voll-Versammlung beschlossen wurden.
Wie auch der AStA der FU berichtet, wurde im Zuge der gestrigen Großdemonstration zum Bildungsstreik 2009 die Villa BEL an der TU Berlin besetzt. Solange die Besetzung andauert, wird es Seminare und verschiedene Veranstaltungen in dem Gebäude geben.
Das frühere Gebäude des AStA der TU „war 2007 auf Betreiben des “Ring christlich-demokratischer Studenten” (RCDS), einer CDU-nahen Parteihochschulgruppe, der Universität übergeben worden. Der TU-AStA zog in schwer auffindbare und viel zu kleine Kellerräume. Der RCDS hatte einmalig die Wahlen zum Studierendenparlament gewinnen können und daraufhin zielgerichtet die Infrastruktur der studentischen Selbstverwaltung zerschlagen. Neben der Abschaffung der AStA-Druckerei sowie weiten Teilen des Beratungsangebots sollte auch der Beitrag der Studierenden zur Selbstverwaltung auf unter drei Euro gesenkt und damit der AStA de facto handlungsunfähig gemacht werden. Letzteres wurde von der TU-Leitung unterbunden.“ Seit der Rückgabe der Räumlichkeiten an die TU steht die Villa BEL leer.
Der FBR Wirtschaftswissenschaft hat heute einstimmig unten stehende Stellungnahme zur geplanten Angebotsreduzierung der Mensa I verabschiedet. Damit reagiert der Fachbereich unter anderem auf die bis jetzt nicht stattgefundene Unterstützung des Präsidiums der FU in dieser Frage.
Der Fachbereich spricht sich gegen die radikale Reduzierung des Serviceangebots der Mensa I aus und fordert die anderen betroffenen Fachbereiche auf, einen analogen Beschluss zu fassen. Der Fachbereich bittet gleichzeitig das Präsidium, eine Aufhebung des Reduzierungsbeschlusses des Studentenwerks zu bewirken.
Beschluss des Fachbereichsrats vom 17. Juni 2009.
Wie auch der AStA der FU berichtet, ist das Präsidium der FU Berlin im Anschluss an die heutige Vollversammlung besetzt worden! Auf der Seite des AStA heißt es dazu: „Am heutigen Dienstag (16.6.) wurde im Rahmen der Bildungsstreik-Aktionswoche das Präsidium der FU Berlin von mehreren Hundert Studierenden besetzt. Die Besetzung erfolgte um ca. 14 Uhr im Anschluss an eine FU-Vollversammlung, an der ca. 1500 Studierende teilnahmen. Die BesetzerInnen befinden sich momentan im Gebäude in der Kaiserswerther Str 16-18 in Dahlem und rufen vom Balkon aus weitere Studierende auf, sich ihnen anzuschließen.“ Dabei wurde kurz vorher noch eine Resolution mit Forderungen der Studierenden der FU verabschiedet. Die Besetzung dauerte gut vier Stunden an, bis das Gebäude von der Berliner Polizei auf brutale Art und Weise geräumt wurde.
Auch für die nächsten Tage ist für ein reichhaltiges Streik-Programm gesorgt: Neben der morgigen Großdemonstration (Beginn 11 Uhr vor dem Roten Rathaus) wird es auch an der FU in den nächsten Tagen zahlreiche Workshops und Aktionen geben. Wer sich informieren will, sei auf die „Streikzentrale“ im Seminarraum-Bereich in der Silberlaube gegenüber der Mensa verwiesen.
Am 23. Juni 2009, 11.00 Uhr, HS 101 wird es das nächste Diplom-Forum am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft geben. Auch der Dekan und ggf. einzelne weitere Professoren werden erneut anwesend sein, um ihr Interesse an unserer Initiative auszudrücken. Ziel ist es erneut, den Studierenden durch eure Beiträge eine Stimme zu verleihen.
Nachdem die vom Fachbereichsrat eingesetzte Kommission zur Verbesserung der Lehrangelegenheiten für die Studierenden der auslaufenden Studiengänge sich bereits einige Male getroffen hat und die Initiative „Studierenden-ein-Forum-geben“ mit nahezu allen Professoren gesprochen hat, wollen wir euch unsere Eindrücke weitergeben. Wir wollen euch überdies zentral einige Dinge beschreiben, die sich künftig für uns ändern werden. Dabei geht es z.B. auch um die Drei-Semester-Übersichten. Dafür brauchen wir allerdings auch eure Hilfe, weshalb wir euch bitten möchten, erneut am Diplom-Forum teilzunehmen.
Um euer Studium zu verbessern, könnt ihr also viel tun. Ihr könnt auch sehr wenig tun, wenn ihr viel warum auch immer nicht tun könnt oder wollt. Ihr könnt zumindestens anwesend sein.
Tagesspiegel – „Wir sollten Ministerien besetzen“
taz – Schluss mit dem Schmalspurstudium
Financial Times Deutschland – Studenten wollen „Bank überfallen“
Und hier noch ein Video einer Credit Point-Jagd in einer Kruschwitz-Veranstaltung am FB Wiwiss:
LP Jagd FB WiWiss – FU Berlin – Bildungsstreik 2009
Die Fachbereichsleitung des FB Wiwiss fordert in einer Mail alle Dozentinnen und Dozenten dazu auf, am 17.6. ihre Veranstaltungen ausfallen zu lassen bzw. zu verlegen. Damit soll den Studierenden des Fachbereichs eine Beteiligung an der bundesweiten Großdemonstration im Rahmen des „Bildungsstreiks 2009″ ermöglicht werden. Bereits gestern hatte die fsi wiwiss in einer Mail an den Dekan eine solche Maßnahme gefordert. Die Demonstration in Berlin startet am 17.06. um 11 Uhr vor dem Roten Rathaus. Bereits am 16.06. findet 12-14 Uhr eine FU-weite Vollversammlung in der Silberlaube statt. Eine gestern angesetzte Fachbereichs-Vollversammlung, welche über Forderungen und Inhalte des Bildungsstreiks informieren sollte, war leider von einer äußerst geringen Teilnahme geprägt – sicherlich nicht zuletzt aufgrund eines strukturellen Informations- und Kommunikationsdefizits der Studierendenschaft am FB Wiwiss.
Die von vielen Studierendenvertretungen, Schülervertretungen, Parteigruppen und Gewerkschaften getragene Initiative „Bildungsstreik 2009″ fordert unter anderem eine soziale Öffnung der Hochschulen, die Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form, eine Demokratisierung des Bildungssystems sowie die Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen. Zu den Forderungen und Aktionen im einzelnen, gibt es Informationen unter www.bildungsstreik2009.de. Anfang der Woche hatte bereits das Präsidium der FU Berlin (wie im Übrigen auch die Leitungen einiger anderer Universitäten) zur Beteiligung an der Kundgebung aufgerufen – „mit dem Ziel, auf die Probleme im deutschen Bildungswesen, auf strukturelle Defizite und auf die Notwendigkeit einer ausreichenden Finanzierung aufmerksam zu machen“. Hintergrund der Unterstützung dürfte dabei wohl der Verhandlungsstopp um die Berliner Hochschulverträge sein, zumal sich die Streikbemühungen an der FU ja ausdrücklich auch gegen die autoritäre und neoliberale Politik des Präsidiums richten. Während die Hochschulen aufgrund gestiegener Kosten eine Etat-Aufstockung um 20 Prozent für den Erhalt des derzeitigen Leistungsangebots fordern, stellt der Berliner Finanzsenator lediglich einen Inflationsausgleich von 1,3 Prozent in Aussicht, was eine Realkürzung bedeuten würde mit in der Folge massivem Stellen- und Studienplatzabbau.
Weitere Infos sind auch hier auf unserem Blog zu finden.