Sorge um Frist für auslaufende Studiengänge unbegründet

In den letzten Tagen geisterte das Gerücht um den Fachbereich, 2011 sei endgültig Schluss mit den auslaufenden Studiengängen, da Aufhebungsbeschlüsse des Präsidiums für Diplom und Magisterstudiengänge aus dem Jahr 2006 bzw. 2007 entdeckt wurden. Diese sind jedoch nach gesicherten Informationen nur auf Formalitäten zurückzuführen, wonach mit dem Beschluss, keine neuen Studierenden in einem Studiengang mehr zuzulassen, gleichzeitig die Aufhebung des entsprechenden Studienganges beschlossen werden muss. Im Rahmen des „Vertrauensschutzes“ wird dann an der FU regelmäßig die Regelstudienzeit des letzten immatrikulierten Jahrgangs plus zwei Semester als Frist für die Aufhebung festgelegt. Daraus resultierten die Aufhebungsbeschlüsse der Diplomstudiengänge BWL und VWL zum Jahr 2011 sowie diverser Magisterstudiengänge zum Jahr 2010.
Vollkommen unabhängig von diesem „Vertrauensschutz“, also den hier genannten Fristen, existiert jedoch ein Prüfungsanspruch. Dies ist ein Rechtsanspruch, den Studierende aufgrund ihrer Immatrikulation auf Grundlage der zum jeweiligen Zeitpunkt geltenden Ordnungen erworben haben.
Das heißt letztendlich, die Universität ist verpflichtet, den Studenten der auslaufenden Studiengänge Prüfungen im Rahmen der jeweils geltenden Ordnungen auch über die entsprechend festgelegten Fristen hinaus anzubieten. Der Prüfungsanspruch bleibt solange bestehen, wie man als Studierender auf Grundlage der bei der Immatrikulation geltenden Prüfungsordnung eingeschrieben ist. Lediglich das Studienangebot, also das Lehrangebot eigens für den jeweiligen Studiengang, muss nur bis zum Ende der genannten Fristen gewährleistet werden. Danach müssen den Studierenden gegebenenfalls andere Studienangebote miteröffnet oder andere Regelungen gefunden werden.
Macht Euch also keine Sorgen – ihr habt einen Rechtsanspruch darauf, Euer Diplom bzw. Magister im Rahmen der jeweils geltenden Ordnungen zu Ende zu studieren und die Universität hat keine Handhabe, Euch von irgendeiner Frist an zwangszuexmatrikulieren. Es gilt also weiterhin, was in unserem Beitrag „Aktueller Stand der auslaufenden Studiengänge“ aus dem Dezember gesagt wurde – die Uni versucht die auslaufenden Studiengänge über straff ausgelegte Zwangsexmatrikulationsregelungen bei Überschreitung einer bestimmten Studiendauer (im Diplom BWL / VWL ab dem 11. Semester, ab dem 13. Semester mit Auflagen) loszuwerden. Falls Euch aufgrund dieser Regelungen Zwangsexmatrikulation droht, lest unseren Blog-Eintrag „Zwangsexmatrikulationen“, nutzt die Chance und wendet Euch an die Rechtsberatung des AStA.


9 Antworten auf “Sorge um Frist für auslaufende Studiengänge unbegründet”


  1. Gravatar Icon 1 Stefan 08. Mai 2010 um 15:51 Uhr

    Hallo zusammen !

    Ich bin in diesem Fall von der „Zwangsumsiedlung“ in den Stduiengang „int. BWL“ Bachelor betroffen und stehe kurz davor, den Dipl.-Abschluss zu erreichen. Wäre theoretisch mit dem WS 2010/2011 scheinfrei und bräuchte nur noch meine Diplomarbeit zu absolvieren. Dies ist aber nach einem Fachbereichsbescluss aus dem Januar 2009 nicht mehr möglich ! Ist das rechtens ?
    Bitte um Anwort !
    Vielen Dank
    Stefan

  2. Gravatar Icon 2 fsiwiwiss 08. Mai 2010 um 16:17 Uhr

    Hallo Stefan,

    von welchem FB-Beschluss ist die Rede? Uns ist kein derartiger Beschluss bekannt. Zudem wäre ein solcher Beschluss nach unseren Informationen rechtswidrig.

    Sollte die Zeit bezüglich deines Problems drängen, wende dich bitte umgehend an die AStA-Hochschulberatung (http://www.astafu.de/service/beratungen/). Dort könntest du dann auch einen kostenlosen Termin bei der AStA-Rechtsberatung erhalten.

    Kannst du uns bitte, wenn auch parallel zum Besuch der AStA-Beratung, weitere (vielleicht auch konkrete) Informationen, Schriftwechsel etc. zukommen lassen, damit wir uns dem Problem annehmen können?! Von welcher Zwangsumsiedlung in den Bachelor ist in diesem Zusammenhang eigentlich die Rede? Zum Wechsel zwingen kann einen normalerweise niemand per se, dazu könntest du höchstens indirekt gezwungen sein, wenn ein Weiterstudieren im Diplomstudiengang wegen nicht zu erfüllenden bzw. nicht erfüllten Zwangsberatungsauflagen, eines Scheitern gemäß DPO2000 o.Ä. nicht mehr möglich ist. Spielen in deinem Fall vielleicht auch im Zuge einer Zwangsberatung erteilte Auflagen eine Rolle? In welchem Semester im Diplomstudiengang studierst du?

    Du kannst uns am besten direkt per Mail unter fsiwiwiss[at]googlemail.com antworten.

    Viele Grüße

  3. Gravatar Icon 3 Stefan 09. Mai 2010 um 22:43 Uhr

    Habe soweben zum obigen Thema Euch eine Mail direkt an Eure Adresse geschickt.
    Ist wirklich sehr dringend für mich.
    Ich danke Euch schoneinmal
    Gruß
    Stefan

  4. Gravatar Icon 4 fsiwiwiss 10. Mai 2010 um 15:08 Uhr

    Als kurze Info: Stefan studiert an der HS Fulda. Die durch ihn beschriebene Problematik betrifft also nicht die FU bzw. unserem Fachbereich!! Auch an der HS Fulda sollte man aber überprüfen, ob ein solches Vorgehen tatsächlich durch die dort geltenden Ordnungen und Gesetze gedeckt ist.

  5. Gravatar Icon 5 Studi 15. Oktober 2010 um 0:21 Uhr

    Also, könnte man da noch was machen? Ich studiere in Hannover und es gibt Fristen, bis zu denen man die Prüfung abgelegt haben muß.Richtet sich nach dem Hauptfach. Dies ist Soziologie (Magister) und ich müßte in diesem Semester die Magisterarbeit schreiben, was ich aber wg. div. Verzögerungen in meinem Studium nicht schaffen werde…
    Antrag auf ein weiteres Semester wurde abgelehnt…

    Das heißt, ich könnte mich zum Sose 2011 nicht zurückmelden…

    Das ist echt krass! Vor allem, bleibt ja alles beim Alten…es gibt nach wie vor dieselben Seminare, Dozenten und die Institute selber machen es mir nicht schwer.. die Betreuung ist gesichert…!

    Das ist wirklich zum verzweifeln, denn jetzt scheint ein Kampf gegen Windmühlenflügel zu beginnen… :(

  6. Gravatar Icon 6 Anonymous 20. Oktober 2010 um 7:10 Uhr

    Äh, nun ja, es kann schon ein Problem geben, nämlich, daß man bis zu den Stichdaten nicht scheinfrei ist… Und du dich somit nicht zur Prüfung anmelden kannst und exmatrikuliert wirst…

  7. Gravatar Icon 7 Karl 13. Mai 2011 um 19:39 Uhr

    Ungerecht, wenn es in Berlin wirklich zu Zwangsexmatrikulationen für Diplomanden kommen sollte, aber in Mecklenburg-Vorpommern das Diplom wieder eigeführt wird!

    Der Landtag dort hat es per Gesetz im Dez. 2010 beschlossen: ab WS 2011 gibt es wieder Diplomstudiengänge!

    Masterabsolventen können dann auch ihren Titel, gegen den des Diplom-Ingenieurs eintauschen.
    Und sogar Bachelorstudenten, die es schaffen sollten 240 ECTS Credits zusammen zu kriegen, können sich für das Diplom anmelden!

  8. Gravatar Icon 8 RA III 2 09. November 2011 um 16:25 Uhr

    Zu diesem Thema sollten künftig Auskünfte auf der Grundlage der am 02. Juni 2011 in Kraft getretenen Novellierung des BerlHG erteilt werden. Hierbei sind insbesondere die §§ 30 Abs. 6, 125 Abs 5 Satz 4 BerlHG der Bekanntmachung der Neufassung des Berliner Hochschulgesetzes(BerlHG)(GVBl. S. 378)beachtlich.

  1. 1 Übersicht « fsi-wiwiss Pingback am 05. Juni 2009 um 11:37 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: