Kostenpflichtige Kita statt AStA-Druckerei?

Es ist soweit – nun ist also die erste studentische Hochschulgruppe auf die Taktik des Präsidiums bezüglich der Schließung der AStA-Druckerei eingestiegen. Die LHG berichtet in einem aktuellen Flugblatt „FSI-AStA blockiert Kita – Wir sind für die FU-Kita!“. Hintergründe sind auf diesem Flyer aber anscheinend fehl am Platz.
Eigentlich sind alle AStA-nahen Gruppen bis jetzt vorsichtig mit diesem Thema gewesen, damit niemand etwas in den falschen Hals kriegt und die Taktik des Präsidiums nicht aufgeht. Aufgrund des Flyers der LHG sehen wir uns nun aber gezwungen, dazu Stellung zu nehmen und Euch über die aktuellen Vorgänge zu informieren:
Zum ersten soll die die Eröffnung der geplanten FU-Kita wie bereits angesprochen einhergehen mit dem Rauswurf der AStA-Druckerei aus dem entsprechenden Gebäude. Nach dem Verkauf der TU-Druckerei 2007 durch den damaligen rechten RCDS-AStA gäbe es somit keine Druckerei mehr an den drei Berliner Unis. Dies wäre eine weitere starke Schwächung der studentischen Infrastruktur der Berliner Unis und passt sich nahtlos ein in die derzeitige Politik des Präsidums der FU. Die Herausgabe von Studentenkalendern, Info-Heften und Ähnlichem wäre ohne AStA-Druckerei nicht möglich und es wäre damit noch schwieriger für die Studierendenschaft der Berliner Unis, öffentlich Gehör zu finden.
Zum zweiten soll die geplante FU-Kita nach unseren Informationen kostenpflichtig sein, das heißt, Studenten der FU mit Kind könnten dort gegen Geld ihre Kinder zur Betreuung abgeben. Diese Idee mutet schon fast pervers an und bis jetzt hat uns noch niemand erklären können, warum man an der FU eine Kita braucht, wenn diese nicht kostenfrei für Studenten ist.
Dass der AStA sich gegen eine FU-Kita einsetzt, ist zunächst einmal eine Unterstellung. Der AStA ist für solche Pläne sicher offen, wenn die Existenz der Druckerei nicht davon abhängig gemacht wird und wenn diese kostenfrei für Studierende ist. So wie es derzeit aussieht, sind die Kita-Pläne des Präsidiums nur Mittel zum Zweck, um studentische Hochschulpolitik im Allgemeinen an der FU zu schwächen und leider findet das Präsidium hierfür auch immer wieder Verbündete wie derzeitig die LHG. Nach den Schließungsplänen für die Mensa I geht es also anscheinend immer weiter und wenn die studentischen Hochschulgruppen nicht geschlossen gegen eine solche Politik der Uni-Leitung vorgehen, dann ist bald nicht mehr viel übrig von der Lehre und der damit verbundenen Infrastruktur an der FU. Auch wenn Gruppen wie die LHG, die nicht im AStA sitzen, nicht jede Publikation des AStA toll finden, sollten sie doch vielleicht einmal darüber nachdenken, ob sie in einem zahnlosen AStA sitzen wollten, der jede Mitbestimmung und jedes Sprachrohr verloren hat, weil er immer alle Pläne des Präsidiums mitgetragen hat.
Zusatz: Auf der Seite des AStA FU findet ihr einen Teil der Publikationen online, weitere sind bei uns im Büro oder beim AStA selbst kostenfrei erhältlich.

Update (21.01.09):
Nach neusten Informationen verhält es sich mit den Plänen bezüglich der AStA-Druckerei und der Kita wie folgt: Der FU stehen Fördermittel für eine entsprechende Einrichtung zur Verfügung, die sinnvollerweise abgerufen werden sollen. Dem steht natürlich auch der AStA prinzipiell nicht im Wege. Geplant ist allerdings, wie bereits berichtet, das sogenannte „Kinderparadies Dahlem“ im derzeitigen Gebäude der AStA-Druckerei zu eröffnen. Dies obwohl die FU Berlin im Besitz diverser anderer leerstehender Immobilien ist, das angesprochene Gebäude für eine Nutzung als Kinderbetreuungseinrichtung komplett saniert werden müsste und somit vergleichsweise ungeeignet ist und, falls überhaupt ein Ersatzgebäude für die AStA-Druckerei (mit oder ohne Unterstützung der FU) gefunden würde, ein Umzug der Druckerei ca. 10000 – 15000€ kosten würde. Diese Kosten würde dann selbstverständlich der AStA selbst tragen müssen. Argument der Uni-Leitung ist hierbei vor allem die gute Lage. Im Übrigen gibt es an der FU bereits eine Kita, welche vom Studentenwerk betrieben wird. Im Kinderparadies Dahlem könnten FU-Studierende dann, so die Planung, bei Bedarf ihr Kind stundenweise abgeben (ob kostenlos oder kostenpflichtig ist in diesem frühen Planungsstadium noch völlig unklar). Fakt ist, dass die Uni-Leitung bisher trotz Alternativmöglichkeiten auf dem Auszug der AStA-Druckerei aus dem favorisierten Gebäude besteht und anscheinend überhaupt nicht an einer akzeptablen bzw. einvernehmlichen Lösung mit dem AStA interessiert ist. Hierbei geht es also nicht, wie die LHG berichtet, um eine grundsätzliche Ablehnung der Kita-Pläne durch den AStA, sondern um die gerechtfertigte Frage, warum man diese Pläne ausgerechnet mit einem Rauswurf der AStA-Druckerei verbindet, der die Studierendenschaft de facto entweder Geld kostet oder gar eine endgültige Schließung und somit einen klaren Einschnitt in die Infrastruktur der Studenten bedeuten würde.

Update (08.02.09):
Auch die Junge Welt hat nun einen Artikel zu der Problematik veröffentlicht. Dort heißt es: „AStA-Druckerei soll weichen“.





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