LHG-Artikel zur Immatrikulationsfeier 2008

Wir von der FSI WiWiss wollen auf unerem Blog andere Meinungen nicht totschweigen – daher möchten wir an dieser Stelle auf einen Artikel der Liberalen Hochschulgruppe (LHG) zur Immatrikulationsfeier 2008 eingehen und dazu Stellung nehmen. Den Artikel findet Ihr hier.

Grundsätzlich ist zunächst folgendes zu dem Artikel zu bemerken: Den AStA der FU indirekt für das Zünden einer Stinkbombe bei der Immatrikulationsfeier im letzten Jahr verantwortlich zu machen sowie die Teilnehmer der „offenen Immatrikulationsfeier“ sinngemäß in eine Ecke mit gewalttätigen Randalieren zu stellen, ist eine Frechheit und hat genau wie der ironische Gesamtcharakter des Artikels nichts mehr mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu tun. Dies dient ausschließlich der Diffamierung politischer Gegner.
Im Folgenden werden wir Schritt für Schritt auf die einzelnen Punkte des Artikels eingehen:
1) „Dabei faselte im Vorfeld die alleinherrschende AStA-Koalition über “Wirbel”, “Skandale” und “Proteste der Studierenden“, die die Anwesenheit des Horst Köhler an der FU angeblich ausgelöst hatten“
Nicht die Anwesenheit Horst Köhlers als solche wurde kritisiert, sondern die gesamte Organisation der diesjährigen Immatrikulationsfeier als elitäres, von der Öffentlichkeit und selbst den Studierenden der FU abgeschottes Ereignis. Dies zeigt in frappierender Art und Weise, was derzeit im Bildungssektor passiert und hat daher eine weit größere Tragweite als die Anwesenheit irgendwelcher Personen. Würde der AStA seine Kritik lediglich von den anwesenden Personen abhängig machen, so gäbe es allein aufgrund der Anwesenheit von Herrn Lenzen keine qualitativen Unterschiede zu den letzten Jahren.
2) „Eine Reflektion über die Lebensqualität unter nicht-kapitalistischen Wirtschaftssystemen in Ländern wie der DDR, der Sowjetunion, Nord Korea, Cuba, Vietnam, China usw bleiben die Protestierenden leider diesmal schuldig.“
Dies hat nun wirklich überhaupt nichts mit der Kritik an Köhler als Direktor des IWF zu tun. Es kann in jedem System Menschen geben, an deren Händen Blut klebt und in jedem System sollte es erlaubt sein, solche Dinge anzusprechen. Hier gilt auch nicht das Argument, dies sei in den genannten Ländern noch weniger möglich – scheinbar ist die LHG noch nicht auf die Idee gekommen, dass Kritik am Kapitalismus nicht gleichzusetzen ist mit der Verherrlichung von Regimen wie in Nordkorea. Vielleicht reicht hier die LHG ja noch ein entsprechendes Zitat vom AStA nach, welches uns eines Besseren belehrt.
3) „Weiterer Punkt der Ärgernis: die völlig überzogenen, “hochsicherheitstraktsartigen” Sicherheitsvorkehrungen.“
Dieser ironische Kommentar zeigt, dass die LHG das Vorgehen des Präsidiums anscheinend völlig normal findet. Wenn man als Universitätsleitung ein solch symbolisches Statement gegen den freien Zugang zu Bildung, wie die diesjährige Immatrikulationsfeier es war, vermeiden und den Namen der Uni nicht völlig ins Lächerliche ziehen will, dann überlegt man sich doch besser zweimal, welche Gäste man einlädt.
4) „Da stößt es bei der friedlichen Fensterklopfergemeinde natürlich auf Unverständnis, dass so etwas wie das Hausrecht des Landes Berlin angewendet wird.“
Rein rechtlich gesehen mag man hier vielleicht gerade noch der Meinung des Autors sein können (wobei der Vorwurf der Verletzung des Hausrechts der FU an Studierende der FU schon etwas krank anmutet), über die Verhältnismäßigkeit bzw. die Art und Weise des Vorgehens der Polizei lässt sich im einzelnen jedoch stark streiten. Es ist geradezu absurd, hier ironisch von „friedlichen Fensterklopfern“ zu sprechen, denn das Entrollen eines Transparentes bleibt für uns in jedem Fall ein friedlicher Akt. Wir möchten an dieser Stelle etwas ganz anderes ansprechen: Vielleicht sollte man dazu übergehen, es den Teilnehmern der Immatrikulationsfeier selbst zu überlassen, sich ihre Meinung zu bilden und nicht alles daran setzen, diese von kritischen Stimmen abzuschotten und somit derartige Störungen heraufzubeschwören.
5) „Aber selber benutzt die Linkslinkslinks-Szene SA-Methoden, um den “Feind” daran abzuhalten, sich selbst zu “beweihräuchern”. Bei allem Unverständnis ggü dem Elitewahn der Uniführung, da kann mensch sich nicht nachher in die Hose flennen, wenn bei Anwesenheit des Oberhaupts des Staates es dann zu Festnahmen kommt.“ (Auszug aus Kommentar des Autors unter dem Artikel; auf dem LHG-Blog mittlerweile geändert, da sich der Autor selbst von dieser Äußerung distanziert hat)
Es tut weh und gleichzeitig tut es einem leid, dass überhaupt jemand an der FU auf solch unqualifizierte Art und Weise Vergleiche zum 3. Reich zieht. Wir möchten hierzu nichts weiter sagen, da diese Äußerung für uns vollkommen unverständlich ist und da wir denken, dies kommentiert sich selbst. Auch die editierte Fassung des Kommentars, in der von „zweifelhaften Methoden“ gesprochen wird, rückt für unsere Begriffe die „offene Immatrikulationsfeier“ in ein vollkommen falsches Licht und kriminalisiert friedliche Demonstranten.


12 Antworten auf “LHG-Artikel zur Immatrikulationsfeier 2008”


  1. Gravatar Icon 1 Wolf Dermann 08. November 2008 um 23:20 Uhr

    Für den unpassenden und generell falschen Vergleich mit SA-Methoden wurde sich auch sofort entschudigt und er wurde längst herausgenommen. Sollte auch im Eifer des Gefechtes nicht passieren, ist klar vermerkt.
    Die sarkastisch vorgetragene Kritik an der abermalig peinlichen spätpubertären arschigen und bescheuerten Protestform ist aber wirklich berechtigt. Eine Stellungnahme zu Recht und Unrecht von Polizeieinsatz und vorübergehenden Festnahmen ist das ganze nicht und soll es auch nicht sein. Der „friedliche“ Character der Gegen-Immafeier fällt dann aber doch wieder unter die Überschrift:Übliche Propaganda der autonomen Szene. Wer mal bei wirklich friedlichen Demos war, weiß, dass die Polizei da außer zum Hallo sagen gar nicht erst aus den Autos steigt, sondern sich im Wagen den Kaffee schmecken lässt.

  2. Gravatar Icon 2 phil 09. November 2008 um 13:17 Uhr

    Ob eine Demo friedlich ist oder nicht entscheidet ja wohl nicht die Polizei! Für mich ist dies davon abhängig, ob die Demo tatsächlich friedlich ist oder eben nicht. Es ist doch absurd zu behaupten, man könne einen angeblich autonomen und nicht-friedlichen Charakter einer Demo davon ableiten, wie viele Polizisten im Vorfeld aus ihren Autos gestiegen sind. Wenn du so argumentierst, sprichst du lediglich von Vorurteilen, die die Polizei gegenüber Demonstranten hat, wenn diese eine ihnen selbst oder ihren Dienstherren nicht gefallende kritische Meinung an den Tag legen. Um das hier mal zu erklären: Das ist gemeint, wenn in linken Kreisen von Repression gesprochen wird – eine Verdächtigung und Kriminalisierung von Menschen, ohne dass igendetwas passiert ist und Anlass geben würde. Jede Demo ist dazu da, Kritik zu äußern und wenn dies nicht mehr möglich ist, dann tut mir diese Gesellschaft nur noch leid. Ich habe den Eindruck, dass man sich oftmals gewalttätige Bilder geradezu wünscht und diese provoziert, damit man genau wie ihr es hier tut (in diesem Falle gibt es aber nichtmal einen Anlass dafür, denn die Demo war FRIEDLICH!!) die Teilnehmer der Demo kriminalisieren kann und damit von den Inhalten der Kritik ablenken kann. Dass jetzt auch schon Hochschulgruppen auf diesen Zug aufspringen finde ich ehrlich gesagt ziemlich traurig.
    Ich möchte eigentlich nicht länger darüber diskutieren, da wir uns hier im Kreis drehen. Ich denke, wer da war, hat sich seine Meinung machen können und was ihr hier versucht, ist ein kriminelles, gewalttätiges Bild von der Demo zu zeichnen, um denen, die die offene Immafeier organisiert haben und anwesend waren eins auszuwischen, da diese auch auf anderen Politikfeldern eine andere Meinung als ihr vertreten und sich bei euch mittlerweile etwas Frust angestaut hat.

  3. Gravatar Icon 3 Wolf Dermann 09. November 2008 um 14:33 Uhr

    Aber was Du ja wiedergibst ist ja die Kinder-Propaganda der extremen Linken von der voreingenommenen Polizei, die sich die Mühe macht Leute ohne Anlass zu kriminalisieren und stets über die Tatsachen zu lügen. Wenn Leute aus dem Demo-Bereich ausbrechen um am Audimax lärm zu machen, dann ist das kein friedliches Verhalten. Kriminell oder gewalttätig ist das nicht, unfriedlich schon und notwendiger Anlass zu polizeilichen Eingreifen. Das hieraus wohl Handgreiflichkeiten Einzelner mit der Polizei einstanden sind, die dann ggf. strafrechtlich zu verfolgen sind, ist ärgerlich.
    Wenn einem die Demo-Auflagen nicht passen, dann muss man sich an das Gericht wenden um sie abzuwenden. Sie einfach zu ignorieren, um mehr Stören zu können als einem erlaubt ist, ist „das Recht in die eigene Hand nehmen“. Das das nicht Hingenommen wird weiss jeder im Voraus, die Konsequenz ist eine unfriedliche Demo, ist Ärger mit der Polizei.
    Das die Demo so dicht am Audimax genehmigt wurde hatte mich fast verwundert, ich hielt das für ein großes Entgegenkommen an die Demonstranten, deren Rufe alleine so schon problemlos im Audimax wahr genommen worden wären und kritischen, wirkungsvollen Protest schon gut ermöglicht hätte. Ich sehe hier keinerlei Grund für Sorge um diese Gesellschaft. Sorge bereitet hingegen „das Recht in die eigene Hand nehmen“ das für einige Demo-Teilnehmer selbstverständlich zu sein scheint. Das entzieht unserer Gesellschaft die Grundlage der Gerechtigkeit. Sorge bereiten mir diejenigen, die die freiwilligen Zuhörer der Imma-Veranstaltungen des letzten und diesen Jahres um diese Möglichkeit bringen wollen. Das entzieht unserer Gesellschaft die Grundlage der Brüderlichkeit, der Akzeptanz der freien Entscheidung Anderer.

  4. Gravatar Icon 4 phil 09. November 2008 um 14:59 Uhr

    Vielleicht habe ich mich ja etwas undeutlich ausgedrückt: Mit „Leute kriminalisieren“ meine ich vordergründig, dass Demonstranten, die sagen wir mal aus dem Demo-Gelände ausbrechen und somit (soweit gehe ich mit dir mit) Anlass zu polizeilichem Eingreifen geben, nicht nur dessen beschuldigt werden, aus dem Demo-Bereich ausgebrochen zu sein, um ein Transparent zu entrollen, auf sich aufmerksam zu machen oder was auch immer (was hier zugegebenermaßen tatsächlich passiert ist), sondern dass ihnen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Körperverletzung etc. vorgeworfen werden und sie von der Polizei auch entsprechend wie Kriminelle behandelt werden inklusive GeSa, Ganzkörperdurchsuchung usw. (mir kann niemand erzählen, dass ein Polizist durch einen Demonstranten angegriffen wurde – das ist schlicht und ergreifend falsch). Das finde ich nicht in Ordnung, weil dadurch für Außenstehende ein völlig falsches Bild des Protestes vermittelt wird. Wenn nun auch noch die LHG von den Demonstranten spricht, als seien es Kriminelle, dann legitimiert ihr definitiv indirekt das Vorgehen der Polizei (und zwar das gesamte Vorgehen der Polizei auf und nach der Demo) und vermittelt genau dasselbe Bild über die Demonstranten, wie es die Polizei tut.
    Dass man vom Demo-Gelände aus die Chance hatte, in irgendeiner Form auf sich aufmerksam zu machen, ist blanker Hohn, zumal die Universitätsleitung die Teilnehmer der Immatrikulationsfeier durch die Universitätsbibliothek hat hinausleiten lassen (editiert, da sich die angesprochene Information als falsch herausgestellt hat).

  5. Gravatar Icon 5 phil 09. November 2008 um 15:11 Uhr

    „Sorge bereiten mir diejenigen, die die freiwilligen Zuhörer der Imma-Veranstaltungen des letzten und diesen Jahres um diese Möglichkeit bringen wollen.“ (Zitat, Wolf Dermann)

    Das will niemand und das tut niemand. Worum es geht, ist dass umgekehrt die freiwilligen Zuhörer der Imma-Veranstaltung diesen Jahres um die Möglichkeit gebracht wurden, sich auch andere, kritische Stimmen überhaupt anzuhören, da sie hiervon so gut es ging (und dazu muss ich sagen, dass dies sehr gut gelungen ist) abgeschirmt wurden.

  6. Gravatar Icon 6 Wolf Dermann 09. November 2008 um 17:20 Uhr

    Nein, wir kriminalisieren die Proteste nicht und das ist mir wichtig. Wir Zeigen aber sehr deutlich mit dem Finger auf Chaoten, die sich auch(!) an der Demo beteiligt haben und die diese Veranstaltung haben aus dem Ruder laufen lassen.
    Ob die Vorwürfe der Polizei richtig sind oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, damit können sich Gerichte befassen, wir von der LHG wollen das heiße Eisen nicht anfassen. Uns geht es um die Protestformen, nicht die mögliche Strafprozesse.
    Die übliche Darstellung aus dem Handbuch der extremen Linken, dass alles friedlich war (was für mich nicht der Fall ist, wenn man die Auflagen verletzt, weil das praktisch Zwangsweise zu Konflikten mit der Polizei führt) und das alle Vorwürfe der Polizei grundsätzlich erstunken und erlogen sind, ist für uns aber nur Standard-Propaganda ohne erkennbaren Wahrheitsgehalt und keine Grundlage für eine ernsthafte Bewertung der Vorgänge.

  7. Gravatar Icon 7 phil 09. November 2008 um 17:42 Uhr

    Das alle Vorwürfe der Polizei erstunken und erlogen sind, habe ich nicht behauptet – ich sage hier ganz klar, dass Auflagen verletzt worden sind (wie sinnvoll diese Auflagen sind, ist eine andere Frage, die ich hier nicht diskutieren möchte), aber dass eben nicht mehr passiert ist als das. Es geht mir lediglich darum, dass ihr hier ganz klar sagt (so wie du das oben ansatzweise getan hast), was ihr genau mit „Chaoten“ meint und was genau ihr denen vorwerft. Es könnte sonst für Außenstehende der Eindruck aufkommen, dass hier militant protestiert worden ist, zumal ihr hier immer wieder von autonomen Protestformen sprecht. Es ist wichtig, das hier ausdrücklich zu trennen. Ich möchte lediglich verhindern, dass die offene Immafeier, deren Teilnehmer und der AStA auf diese Weise durch unpräzise formulierte Vorwürfe in den Dreck gezogen werden.

  8. Gravatar Icon 8 Phil K 10. November 2008 um 11:19 Uhr

    „Das will niemand und das tut niemand. Worum es geht, ist dass umgekehrt die freiwilligen Zuhörer der Imma-Veranstaltung diesen Jahres um die Möglichkeit gebracht wurden, sich auch andere, kritische Stimmen überhaupt anzuhören, da sie hiervon so gut es ging (und dazu muss ich sagen, dass dies sehr gut gelungen ist) abgeschirmt wurden.“

    Sorry, das ist selbstherrlich. Ihr hättet eure Kritik vorher und nachher, schriftlich und mündlich, an anderen Orten und mit anderen Methoden sehr wohl unter das Volk bringen können. Der Anspruch, dies genau während der Feier zu tun, ist das, was wir kritisieren. Überlegt euch das mal andersrum. Haben die Leute von Scientology das Recht, eine gemeinsame Veranstaltung des AStA und der LHG gegen die Gefahren von Scientology zu stören, weil sonst die freiwilligen Zuhörer dort um das Recht gebracht werden, auch kritische Stimmen zu hören? Wenn einige von denen von Außen radau machen und andere sich in den Saal schleichen und schwachsinnig-ideologische Transparente aufrollen? Wie würdest du denn reagieren?

  9. Gravatar Icon 9 phil 10. November 2008 um 14:11 Uhr

    Zunächst einmal denke ich, dass der AStA als gewählte Studierendenvertretung auf jeden Fall das Recht hat, rund um die Immatrikulationsfeier Kritik zu äußern und diese auch dort anzubringen – ob nun drinnen oder draußen ist mir persönlich relativ egal.
    Mit dem Abschnitt, den du oben zitiert hast, meine ich primär, dass nichteinmal vom Demo-Gelände aus eine wirksame Kritik möglich war, da die Teilnehmer der offenen Immafeier selbst nach Ende der Immatrikulationsfeier und Abreise Horst Köhlers etc. von der Polizei anfangs daran gehindert wurden, sich in Richtung Henry-Ford-Bau zu begeben Feier durch die UB (also am nicht am Demo-Gelände vorbei) nach draußen geleitet wurden (editiert, da die angesprochene Information sich als falsch herausgestellt hat), obwohl dem AStA eigentlich zugesichert wurde, dort Info-Material verteilen zu dürfen. Das Demo-Gelände war zwar nicht weit entfernt vom HFB, aber es war von dort aus ebenfalls nicht möglich irgendjemanden im Audimax mit seiner Kritik zu erreichen. Gegen eine solche Vorgehensweise (gegen die Vertretung der Studierenden!! – unabhängig davon, was Ihr für eine Meinung von dieser Vertretung habt) muss man sich als AStA (verbal) zur Wehr setzen dürfen. Solche Dinge sind einem Dialog, den man hier eigentlich bräuchte, nicht zuträglich.
    Die Veranstaltung selber sollte für meine Begriffe nicht deshalb unbedingt öffentlich bleiben, damit da drin Leute randalieren und ihre Transpis entrollen können (da kann ich eure Position nachvollziehen, dass das aus Sicht des Präsidiums nicht schön ist) – das ist nicht worum es mir geht. Die Veranstaltung sollte öffentlich sein, da sie eine Veranstaltung aller Studierenden der FU und gleichzeitig auch symbolträchtig ist. Wenn man sich nun als Präsidium vor oben angesprochenen Aktionen drinnen fürchtet (was ich zunächst einmal nachvollziehen kann), kann die Konsequenz nicht sein, im nächsten Jahr alles abzuriegeln, sondern dann muss man sich überlegen, warum es denn zu solchen Aktionen kommt und mit den Studierenden darüber sprechen.
    Als Reaktion von studentischer Seite aus jetzt auszuweichen, zu sagen „ok, hier dürfen wir unsere Meinung nicht äußern, also machen wir es woanders bzw. zu einem anderen Zeitpunkt“ und sich damit abzufinden finde ich falsch, da es hier um den Schutz wichtiger gesellschaftlicher Werte wie Demokratie und freie Bildung geht.
    Ich will euch hier auch nicht Kritik an Protestformen etc. verbieten – da kann man natürlich unterschiedlicher Meinung sein, aber Ihr kritisiert ja hier nicht nur die Protestformen, sondern unsere Kritik selbst. Es geht nicht darum, dass wir uns eine offene Immafeier wünschen, damit da drin beim nächsten Mal protestiert werden kann, es geht uns um inhaltliche Gründe, warum diese Feier frei zugänglich sein sollte. Vielleicht solltet Ihr nicht überall stumpfen Protest wittern, sondern Euch mal mit den Gründen für den Protest auseinandersetzen, die unter Umständen von Euren Positionen gar nicht soweit entfernt sind.

  10. Gravatar Icon 10 Phil K 11. November 2008 um 19:25 Uhr

    btw, der Punkt 5 in eurem Blogeintrag war nicht Teil des Artikels – sondern eines Kommentares dazu.

  11. Gravatar Icon 11 phil 11. November 2008 um 19:43 Uhr

    steht in Klammern hinter dem Zitat..

  1. 1 Die Immatrikulationsfeier der FU Berlin als Symbol für “freie Wissenschaft” | fsi-wiwiss Pingback am 07. November 2008 um 23:16 Uhr
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