Ich hatte schonmal einen Artikel hier online gestellt, und habe ihn aber wieder rausgenommen, da es innerhalb der fsi zu Streit geführt hatte. Ich seh mich jetzt aber gezwungen, evtl. doch noch einmal darauf hinzuweisen.
Halbwissen war noch nie gut. Und auch wenn es laut vorgetragen wird, wird es nicht besser. So beschreibt der FSR auf seiner neuen Website, die Studentischen Vertreter in den Gremien zu koordinieren. Dies ist mit Nichten der Fall. Die Studentischen Vertreter koordinieren sich selbst. Der FSR koordiniert _allein_ die belange der Studierendenschaft. Prüfungsangelegenheiten gehören da z.B. nicht dazu, wie auch kein einziges anderes Gremium außer dem FSR selbst. Das ist genau der Punkt, an dem sie sich von fsis unterscheiden, die wesentlich breiter aufgestellt sind.
Schlimmer noch, der FSR lehnte es ab, in der Debatte um ö-Recht mit den Studentischen Vertretern zusammenzuarbeiten. Angepeitscht durch Diskussionen im studivz hat dies inzwischen zu einer Situation geführt, in der sich anscheinend zwei Lager gegenüberstehen. PA, Gremienvertreter und sämtliche Beratungsangebote des Fachbereichs (nachfolgend stark vereinfacht als „die Bösen“) und auf der anderen Seite der FSR unter Ausschluss der studentischen Vertreter im PA (nachfolgend „die Guten“) und 123 Studierende der BWL die die Klausur nochmal schreiben sollen („die Armen“).
Was nun passiert ist, ist dass die Guten den Armen helfen wollten, was soweit ja auch in Ordnung ist. Allerdings wird den Armen dabei suggeriert, dass sich noch etwas ändern würde. Und da wird die Sache fatal. An der Wiederholung der Prüfung wird sich nichts ändern. Natürlich finden die Betroffenen dies ungerecht. Aber wer auf der anderen Seite (1. Durchgang) gestanden hätte, würde sich auch benachteiligt fühlen. Es bringt auch nichts zu versuchen, Schuldige zu identifizieren, denn die Sache ist gelaufen. PA und Rechtsamt haben dies Anerkannt und entsprechend gehandelt. Auch ein Brief an den Präsidenten wird dann nichts (positives) bringen. Der Präsident wird daraufhin kaum sein Rechtsamt austauschen. Und er wird auch nicht den PA austauschen (kann er auch nicht!).
Einzelne, die sich jetzt als Retter der Enterbten (die Guten) profilieren wollen, sollten einsehen, dass sie mit ihrem Verhalten nur noch mehr Schaden anrichten. Diese Uni existiert real und hat sich an Regeln zu halten, die nicht die des studivz sind. Mir scheint es manchmal, als ob das im studivz gern verdrängt wird. Setzt bitte die rosarote Brille wieder ab, und kommt in der Wirklichen Welt an. Uni ist nicht studivz und Party und nicht Gut oder Böse.
Lieber FSR: Macht es bitte nicht noch schlimmer. Und fahrt das Niveau nicht noch weiter in den Keller.


Allen ist klar, dass sich die Klausur nicht in Luft auflösen wird. Vielmehr sehe ich den Sinn des Briefs an Herr Lenzen in der Aufklärung des Präsidiums über die Vorgänge am Fachbereich. Es muss vielmehr geklärt werden, wer letztendlich Schuld an der Misere hat, damit sich ein solcher Vorgang nicht wiederholen kann.
Einfach nichts zu tun (wie es anscheinend der fsi fordert) halte ich für den falschen Weg und denke, dass das letzte Wahlergebnis und die Verdrängung des FSI aus dem FSR durchaus gerechtfertigt und richtig war.
Es geht nicht darum, das Prüfungsamt auszutauschen. Es geht darum, eine Reorganisation der Abläufe anzustoßen, was nachher sicherlich auch im Interesse des Prüfungsamts selber wäre, das doch auch unter einer komplexen Bürokratie zu leiden hat, die zwar immer noch, aber zumindest weniger komplex wäre, wenn sie den Gegebenheiten wieder angenähert würde. Die Uni ist vollkommen real, das stimmt, aber manche Strukturen verweigern sich dieser Realität. Das kritisiert die fsi an anderer Stelle doch häufig auch selbst.
Es ist auch falsch, dass der FSR eine Zusammenarbeit mit den Gremienvertretern pauschal ablehnte. Einige Gremienvertreter sind ja selbst Mitglieder des FSR und waren insofern durchaus involviert. Und hier ging es auch nicht darum, den Betroffenen falsche Hoffnungen zu machen. Philipp Karstädt schreibt im FSR-Blog sehr deutlich, dass alle Betroffenen sich darauf einstellen sollten, die Wiederholungsklausur mitzuschreiben – dass aber ungeachtet des wahrscheinlichen Ausgangs der FSR sich dennoch der Sache annehmen wolle, um’s zumindest probiert zu haben.
@Thomas:
In den FSR sind genau 2 (von weiß gerade nicht genau… 7-10 studentischen Vertretern im Gremien) gewählt worden. Das bin ich, und das ist Philipp im IR BWL (aus den Protokollen geht das jedoch nicht hervor, dass da überhaupt mal wer von studentischer Seite war.).
Und das ist ganz genau das, weshalb ich dem FSR seine Legitimation in diesem Fall abspreche. Er fuhrwerkt da einfach in Sachen rum, von denen er keine Ahnung hat. Alles, was aus der Richtung in der letzten Zeit kam, hat die Situation nicht verbessert. Das Klima am FB zwischen den Statusgruppen geht gerade vor die Hunde, die Forderung des FSR nach Nachholklausuren dehnt die Prüfungszeit aus ohne dass irgendwer davon wirklich was hat ( naja… jetzt kämpft der FSR halt dagegen). Von dem Debakel mit den MC-Prüfungen im letzten Semester mal ganz zu schweigen.
Sollen sie sich lieber aufs Party-machen konzentrieren, denn das ist die einzige Aufgabe, die ihnen das BerlHG zuweist. Solange nicht wieder wie letztes Semester Gelder der Studierendenschaft dabei in den Sand gesetzt werden und ich beim AStA darum betteln muss.
@beide Vorredner: Eigentlich ging das garnicht gegen die LHG. Ihr habt im FSR ja jetzt auch nicht so viel mehr zu melden…
Lieber Patrick,
im Bemühen um Sachlichkeit: Nach meinem Telefonat mit Lars und nach Durchsicht der Vorgänge der letzten Tage, in denen ich nicht in Berlin war, habe ich den starken Eindruck, dass das Klima zwischen den Statusgruppen nicht unter dem Vorgehen des FSR leidet. Die Korrelatoon zwischen unserer Forderung nach Nachholklausuren und der Verlängerung der Prüfungszeit sehe ich nicht – denn noch ist dieser Forderung ja kaum nachgekommen worden. Zu den MC-Prüfungen kann ich mich mangels Informationen nicht äußern.
Definiere aber doch bitte die Aufgaben, die das BerlHG der Fachschaftsinitiative zuweist, wenn du meinst, dass diese stärker legitimiert sei, sich in der Sache zu engagieren.
Abschließend habe ich nicht den Eindruck, dass die LHG im FSR nur Steigbügelhalter ist. Wenn wir die Politik nicht mittragen könnten, würden wir unsere Kritik schon äußern.
Thomas: Es geht nicht darum, dass die fsi als Institution eine Legitimität um der Legitimität Willen hätte. Ich sehe die Studentischen Vertreter in den Gremien der fu als weitestgehend selbstbestimmt. Das ist das mindeste, was man für ehrenamtliches Engagement verlangen kann. Die fsi, genau wie andere fsis ist ein Dach, unter dem man zusammenkommt, um bei Fragen oder Problemen Hilfe zu bekommen. Damit erledigt sich für mich die Legitimitätsfrage. Die allermeisten sind als Individuen gewählt, und nehmen ihre Aufgaben individuell wahr. Die fsi dient zur Vernetzung.
Wenn wir (als Studierende dieser Uni) noch ein paar Plätze in den Gremien haben, dann lasst sie uns auch nutzen.
-> Alles andere ist einfach schlechter Stil.
Natürlich sind die direkt gewählten studentischen Vertreter zunächst mal selbstbestimmt. Dennoch sind viele auch Mitglieder von Hochschulgruppen oder bestimmten Hochschulgruppen stärker zugeneigt als anderen und insofern lassen sie sich auch einordnen.
Eine Hochschulgruppe aber ist auch die fsi – und nicht mehr. Ebenso wie sie zur Vernetzung derjenigen studentischen Gremienvertreter dient, die ihr gewogen sind, dienen die LHG und die Studi-Initiative der Vernetzung derjenigen studentischen Gremienvertreter, die jeweils diese Gruppen bevorzugen. Was dann unter dem Label „Basisdemokratie“ als Alleinstellungsmerkmal kommuniziert wird, ist also Usus.
Der Fachschaftsrat dagegen hat das Potential, weil ja alle Gruppen in ihm vertreten sind, über die Gruppen hinweg die Aktivitäten abzustimmen. So war das auf der ersten FSR-Sitzung ja auch Konsens gewesen.
Und: Uns musst du nicht vorwerfen, dass wir die Gremien nicht wahrnehmen. Bitte reiche diese Forderung aber doch an jene weiter, die wir genau dazu seit Jahren mahnen – du hast ja an sich den besseren Draht zu ihnen als wir.
> Der Fachschaftsrat dagegen hat das Potential, weil ja alle Gruppen in ihm
> vertreten sind, über die Gruppen hinweg die Aktivitäten abzustimmen. So war
> das auf der ersten FSR-Sitzung ja auch Konsens gewesen.
Wie genau das geschehen soll, versteh ich heute noch nicht. Und unter „Konsens“ versteh ich auch was anderes.
Die (formale) Legitimation eines FSR liegt in seiner Begründung durch die Wahlen. Solange dieser FSR weiterhin nicht vernünftig einläd, sich über einzelne hinwegsetzt und Beschlüsse im Namen von Leuten fällt die nichtmal informiert werden, werde ich einen Teufel tun, mich dafür irgendwie einzusetzten.
Wofür ich mich aber einsetzen werde, ist dass der FSR irgendwann mal erwachsen wird und sich zumindest an die Regeln hält und nicht dauernd querschießt.